Bekanntlich
entstehen Gebirge durch
Auffaltung. Da die Erdexpansions-Theorie eine aufplatzende Erde
annimmt, hat sie Probleme die Gebirgsbildung zu erklären.
Prof.
Jacob ist dazu etwas ganz Besonderes eingefallen. Text zum
Film:
Sprecher:
"Er (Prof. Jacob)
füllte feinen Sand in ein Glas in dem oben und unten
Elektroden
aus Metall eingesetzt waren. Den eingefüllten Sand hat Jacob
durchfeuchtet. Dann das Glas verschlossen und die Elektroden mit einer
1.5 V Batterie verbunden.
Abbildung
aus der Arte-Sendung "Und sie dreht sich
doch". Man erkennt die beiden runden Elektroden und die
Zuleitungsdrähte. Während der "Gebirgsbildung" sind
die
Elektroden vermutlich übereinander angeordnet.
Sprecher:
"Zunächst bildet sich
eine Schicht aus Eisensalz. Durch Ausfällung von Mineralien
entstehen bänderartige Strukturen. Die hier ablaufenden
elektrochemischen Prozesse waren bislang kaum bekannt. Jacobs
Experimente könnten daher wegweisend sein, für die
Geologie.
Sandgefüllte Gläser mit durch Elektrolyse
entstandenen
Mustern.
Aus der Arte-Sendung "Und sie bewegt sich doch"
Prof. Jacob:
"Diesen Prozess kann
man vergleichen mit Prozessen der Strukturbildung durch
Selbstorganisation. Die eingesetzten Feldstärken durch die
Taschenlampenbatterie sind weitaus schwächer als sich die
Feldstärken in der Natur messen lassen."
Sprecher:
"Dennoch
wuchsen im Glas entgegen der Schwerkraft Falten und sogar Berge. In der
Natur wurden sie dann durch Erosion freigelegt. Prof.
Jacob ist überzeugt,
dass an der Gebirgsbildung nicht nur die mechanischen Kräfte
der
Tektonik beteiligt sind, sondern auch elektrisch verursachte
Strukturbildungsprozesse."
Prof.
Jacob.: "Das
gilt auch für große Gebirge wie die Alpen.und den
Himalaya
und mit dieser Möglichkeit der Erklärung von
Faltengebirgen
hat die Theorie der Erdexpansion eine weitaus bessere
Möglichkeit
Gebirgsbildungen zu erklären als jede andere geologische
Theorie."
Kritik:
Was
Prof. Jacob hier vorführt,
ist eine ganz gewöhnliche Elektrolyse. Das
Wasser enthält natürlich Salze, die die
Leitfähigkeit
des Sandbreis bedingen. Das Eisen der Elektroden und das Kupfer der
Zuleitungsdrähte wird durch die Elektrolyse gelöst.
Dabei
entstehen farbige Eisen- und Kupferionen. Wird die Lösung
dabei
schwerer, so können die Schlieren in der Flüssigkeit
absinken. Sie bilden dann die nach unten reichenden farbigen
Bereiche. Andererseits kann eine Erwärmung durch den
Strom
auch zu aufsteigenden Schlieren führen, die sich dann
als
"Berge" abzeichnen. Bei der Elektrolyse werden auch OH-Ionen gebildet,
die mit den Metallsalzen schwerlösliche Hydroxyde bilden. Je
nach
Versuchsbedingungen scheiden diese sich auch als Muster ab. Der Sand
spielt bei der Elektrolyse keine Rolle. Er wirkt aber stabilisierend
auf
die Schlieren und verhindert eine Durchmischung der
Flüssigkeit.
Jabos
Bemerkung: "Die eingesetzten
Feldstärken durch die Taschenlampenbatterie sind
weitaus schwächer als sich die Feldstärken in der
Natur
messen lassen." ist falsch. Bei den Versuchen wurde ein Feld eingesetzt
von ca. 1,5 Volt pro 5 cm, also etwa 30 Volt pro Meter. Wo findet man
in der Natur Feldstärken im Boden, die höher sind?
Das
wäre eine ideale Energiequelle. Mit zwei
Metallstäben, die
man im Abstand von 10 m in die Erde treibt, könnte man einen
Strom
300Volt gewinnen. Dass solche elektrischen Feldstärken bei
Gewittern auftreten kann hier außer Acht bleiben.
Die
Behauptung: "Dennoch wuchsen im
Glas entgegen der Schwerkraft Falten und sogar Berge." ist ebenfalls
falsch. Ob hier irgendetwas entgegen der Schwerkraft wuchs,
könnte
man nur zeigen, wenn man die lokalen Dichten (und Temperaturen) der
aufsteigenden Lösungen messen würde.
Falsch ist auch die Behauptung des Sprechers: "Die hier ablaufenden
elektrochemischen Prozesse waren bislang kaum bekannt.". Diese
Vorgänge sind trivial und die Einzelheiten sind seit mehr als
150
Jahren bekannt. Jeder Gymnasiast lernt sie im Chemieunterricht.
Mit
Gebirgsbildung haben die Versuche
nichts zu tun. Man könnte die netten Strukturen als Bilder
von Bergen bezeichnen. Wenn Prof. Jacob der Meinung ist, dass sich auf
diese Weise Gebirge auffalten könnten, dann hätte er
doch
mindestens nachweisen müssen, dass sich die
Oberflächen
seiner Sandmassen aufwölben und auf den Oberflächen
Falten
gebildet werden. Er hätte auch nachweisen
müssen, dass
dabei so gewaltige Kräfte wirksam werden, wie sie zu einer
Auffaltung von Gebirgen erforderlich sind.
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