Meyls
neue Sintflut
Ein
amüsantes Beispiel esoterischer Logik hat sich Prof. Meyl
für den Schluss der Sendung aufgehoben:
Sprecher:
"Prof Meyl hält es für möglich, dass ein
starker Neutrinoschauer aus einer Supernova das Wachstum der Erde
ausgelöst hat und er befürchtet, dass
Neutrinostrahlung die Umpolung der Erde beeinflussen könnte."
Meyl:
"Wenn es nun durch eine Zunahme der Neutrinostrahlung zu einer
erhöhten Sonnenaktivität kommt, dann werden auch die
elektromagnetischen Felder auf der Erde zunehmen. Der magnetische
Fleckenteppich auf der Erde wird verschwinden. Die Einzelmagnetpole
werden sich schlagartig wie Stabmagnete im äußeren
Magnetfeld ausrichten. Wenn nach einer Umpolung Nord- und
Südpol ihre Plätze getauscht haben, dann passiert das
Gleiche, wie bei einem Kompass der um 180 Grad gedreht wird
und bei dem sich die Magnetnadel im
äußeren Feld wieder ausrichtet."
Demonstration der Folgen einer
Erdumpolung mit einem
Kompass
Aus dem Arte-Beitrag: "Die Erde bewegt sich doch."
Anmerkung:
Im Film zeigt Meyl einen kleinen Kugel-Kompass und dreht ihn um 180
Grad. Dabei schwappt die Magnetkugel einige male hin und her.
Meyl:
"Das Gleiche könnte mit der Erde passieren."
Sprecher:
"Wenn Meyl recht hat, und sich die Erde auf den Kopf stellt, werden die
Wassermassen der Erde in Bewegung gesetzt. und dann über den
Erdball schwappen. Der globale Tsunami hat in den meisten
Weltreligionen den gleichen Namen: Die Sintflut."
Kommentar:
- Meyls Annahme,
ein Neutrinoschauer einer Supernova könne zu einer
erhöhten Sonnenaktivität führen, ist reine
Spekulation. Meyl nennt keine Gründe für diese
Annahme.
- Selbst, wenn
Meyl recht hätte (hat er aber nicht) und Neutrinoschauer einer
Supernova tatsächlich eine erhöhte
Sonnenaktivität zur Folge hätten, würde das
Magnetfeld der Erde davon nicht beeinflusst werden. Mit einer Umpolung
des Erdfeldes wäre nicht zu rechnen. Das Magnetfeld der Erde
wird durch den Geodynamo im Erdinnern erzeugt. Dieser lässt
sich durch eine erhöhte Sonnenaktivität nicht
beeinflussen.
- Selbst, wenn man
Meyls völlig unsinnige Behauptungen akzeptieren würde
und eine Umpolung der Erde annähme, ist die Behauptung, das
könnte zu einer Sintflut führen, völlig
unlogisch. In welchem äußeren Magnetfeld sollte sich
denn die Erde umorientieren? Woher sollten denn die mechanischen
Kräfte kommen, um die Erde umzudrehen - in welcher Richtung
sollten sie wirken? Mit der schädigenden Wirkung von
Teilchenstrahlung die normalerweise durch das Erdmagnetfeld von der
Erde ferngehalten werden, müsste man vermutlich schon rechnen.
Siehe aber dazu Link 3.
Anmerkungen:
Meyl ist offenbar der Meinung, das Magnetfeld der Erde sei ein
äußeres Magnetfeld das irgendwo im Raum existiert
und die Erde eine Art Kompassnadel, die sich in diesem Feld ausrichtet.
|