2. Höhe der Peaks

 

 

Die von den Autoren verwendete Methode ist ungeeignet für derartige Untersuchungen, weil der Signal-Rauschabstand zu gering ist und deshalb die Höhe der Peaks nicht mit ausreichender Genauigkeit und Objektivität ermittelt werden kann.

In der Originalarbeit der Autoren werden nur die aufbereiteten Daten in graphischer Form mitgeteilt. Der Leser hat nicht die Möglichkeit, die Vertrauenswürdigkeit der mitgeteilten Ergebnisse zu beurteilen. Die Diplomarbeit von Herrn Maier (Name geändert) über diese Thematik aus der Arbeitsgruppe Nieber ermöglicht es uns, mit gewissen Einschränkungen, die Schritte von der Messung der Muskelkontraktion bis zur graphischen Darstellung der Ergebnisse nachzuvollziehen.

Die Muskelpräparate zeigen auch im Ruhezustand, ohne Stimulierung, mechanische Spontanaktivitäten. Abb.2 (aus der Diplomarbeit) zeigt eine Aufzeichnung dieser Aktivität. Die eigentliche Messung der ACh-induzierten Muskelkontraktion überlagert diese Aktivität, die man auch als Rauschen bezeichnet. Dieser Rauschanteil ist unregelmäßig und kann bis zu 5 mN betragen,





Abb.2 Repräsentatives Originalregistrat der phasischen und tonischen Spontanaktivität der glatten Muskulatur eines Ileumpräparates.





Abb.3 Repräsentative Originalregistrate von ACh-stimulierten Ileumpräparaten. Ausschnitt aus Abb. 1 der zitierten Arbeit von Schmidt. et.al.

Das Rauschsignal überlagert das eigentliche Nutzsignal, also die durch ACh-bewirkte Kontraktion und verhindert dessen genaue Messung (Abb.3). So ist beispielsweise nicht eindeutig erkennbar, wo die Grundlinie des zweiten Peaks liegt. Es bleibt dem Experimentator überlassen, abzuschätzen, um welchen Betrag das Peakmaximum durch das Rauschsignal erhöht sein könnte. Bei Peak 3 und Peak 4 ist unklar, welche Grundlinie für die Messung verwendet werden soll - die vor oder die nach dem Peak. Je nach Höhe des Peaks, kann das Rauschsignal 20% bis 30% des Nutzsignals betragen. Es ist möglich, dass der Experimentator, der ja weiß, welche Lösung er testet, bewusst oder unbewusst seine Erwartungen in die Schätzung einfließen lässt und somit die "Messung" beeinflusst. Eine objektive Messung des Nutzsignals ist unter diesen Bedingungen nicht möglich.
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