3. Form der Peaks

 

 

Die Methode kann auch deshalb nicht verwendet werden, weil es nicht möglich ist, von der Höhe der Peaks mit ausreichender Genauigkeit auf die Intensität der Stimulierung zu schließen.

Das Stimulans ACh muss erst in das Muskelgewebe eindringen, bevor es die Muskelfasern stimulieren kann. Wenn dieser Prozess nicht gleichmäßig verläuft, werden manche Muskelfasern früher kontrahieren als andere und auch früher wieder entspannen. In diesem Fall ist die Höhe des Peaks kein geeignetes Maß für die Intensität der Stimulation. In der Diplomarbeit ist erwähnt, dass die Intensität der Kontraktion bereits während der ACh-Zugabe wieder nachlässt.



Abb. 4. Repräsentative Originalregistrate aus der zitierten Arbeit von Schmidt et al..

Wie in Abb.4 dargestellt, führt dieser Effekt zu ungleichmäßigen Peaks. So weist beispielsweise der linke Peak eine Schulter auf. Hier sind offensichtlich einige Muskelzellen früher stimuliert worden als andere. Das führt natürlich dazu, dass die Peakhöhe niedriger ist als dies bei einer gleichmäßigen Kontraktion der Fall gewesen wäre. Der gleiche Effekt kann auch beim 3. Peak beobachtet werden. Die Messung der Peakhöhe alleine führt zu falschen Werten. Auch in dieser Hinsicht ist der Untersuchende wieder auf eine Abschätzung angewiesen.

In den vorigen beiden Abschnitten haben wir gezeigt, dass die Registrate von einer so schlechten Qualität sind, dass eine objektive Messung der Peaks nicht möglich ist. Es gibt eine Ausnahme. Die in Abb.1 der Originalarbeit wiedergegebenen Originalregistrate der ersten Versuchsreihe, mit dem Muskel des Fundus/Corpus und ACh als Stimulans, weisen die Autoren ordentliche Registrate vor (Abb. 5 in diesem Kommentar).


Abb.5 Originalregistrate aus der Abb.1 der Originalarbeit.

Die Grundlinie ist sauber, ein schneller Anstieg ohne Schultern sorgt für gleiche Form der Peaks. An der abgebildeten Dosis-Wirkungskurve wird aber auch hier ein prinzipielles Problem erkennbar. Sollen die Versuche so durchgeführt werden, dass Änderungen der Kontraktion möglichst empfindlich gemessen werden können, dann muss man den Arbeitspunkt in den aufsteigenden Ast der Kurve legen, also etwa bei einer Kontraktion von 60%. Die Fehlerbalken zeigen aber, dass auch bei diesem Testsystem der SEM (Standart Error of the Mean), also der mittlere Fehler des Mittelwertes der Messungen eine Streuung von etwa ± 10% ausweist. Die Autoren umgehen diesen Nachteil, indem sie den Arbeitspunkt in das Maximum der Kontraktion legen. Bei der von den Autoren benutzten Stimulierung mit 100 mM ACh wird aber das Messsystem unempfindlich. Ein Beispiel: Wenn die eingesetzte Belladonnapotenz die stimulierende Wirkung von ca. 50% der ACh-Moleküle hemmt, würde immer noch eine maximale Stimulierung erreicht. Wir werden auf die Ergebnisse dieser Versuchsreihe später noch zurückkommen.

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