Wissenschaftliche Redlichkeit

 

 

Im Universitätsgesetz wird gefordert:

§56a: Wissenschaftliche Redlichkeit


Alle an der Universität wissenschaftlich Tätigen sind zu wissenschaftlicher Redlichkeit verpflichtet. Hierzu sind die allgemein anerkannten Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis einzuhalten. Ein Verstoß hiergegen liegt insbesondere vor, wenn in einem wissenschaftserheblichen Zusammenhang vorsätzlich oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden.....

In der Satzung der Universität Leipzig zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis [5] steht:

Falschangaben sind u.a. das Verfälschen von Daten z.B. durch Auswählen und Zurückweisen unerwünschter Ergebnisse, ohne dies offenzulegen.

Die von uns aufgezeigten Zusammenhänge sind trivial. Jeder Wissenschaftler muss in der Lage sein, sie zu erkennen. Wir vermuten, dass die Autoren in eklatanter Weise gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen haben. Die Missachtung elementarer Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens ist unserer Meinung nach nur durch Dilettantismus oder Absicht zu erklären. Wir werten die Veröffentlichung der Arbeit als wissenschaftliches Fehlverhalten.

Selbst wenn die Autoren wider Erwarten diese simple Problematik nicht erkannt haben sollten, so wäre es selbstverständlich gewesen, dass sie, angesichts der weitreichenden Bedeutung der "Ergebnisse", ihre Versuche mit Naturwissenschaftlern anderer Fachrichtung besprechen, bevor sie damit an die Öffentlichkeit treten.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass die Autoren ihre Arbeit nicht in einer der Bedeutung der "Ergebnisse" angemessen Zeitschrift veröffentlich haben, sondern in einer Zeitschrift, die an nur wenigen Universitäten vorhanden ist. Die Gutachter einer seriösen Zeitschrift hätten die Arbeit sicher zurückgewiesen.

Wie erwähnt, haben die Autoren für diese Arbeit einen Preis von 10.000 Euro erhalten. Wir vermuten, dass der Grund für diese unredliche Veröffentlichung in der Absicht zu suchen ist, diesen Preis zu erhalten.

Einer von uns (Keck) hat in einer E-Mail am 06.12.03. an einen der Autoren (Nieber) darauf hingewiesen, dass James Randi einen Preis von 1 Million Dollar ausgesetzt hat, den die Autoren gewinnen könnten, wenn sie den Nachweis erbringen, dass homöopathische Präparate wirksam sind. Siehe dazu [6,7]. James Randi hat auf Anfrage mitgeteilt, dass bei ihm keine Bewerbung der Autoren vorliegt. Die Tatsache, dass die Autoren sich nicht um diesen Preis beworben haben, legt die Vermutung nahe, dass sie sich sehr wohl bewußt sind, dass ihre Messungen nicht reproduzierbar sind.

Mit der Veröffentlichung der Autoren ist die "Homöopathieforschung" an der Universität Leipzig noch nicht abgeschlossen. Auf der Doktorandentagung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft am 24. - 26.03.04 in Freudenstadt-Lauterbach hat ein Doktorand der Arbeitsgruppe, S. Michael, über "Effects of homeopathic belladonna dilutions on neurotransmitter-induced contraction of the rat ileum" vorgetragen. Der Doktorand befindet sich in einer Konfliktsituation. Versucht er wissenschaftliches Fehlverhalten zu vermeiden, so wird er schnell die Unhaltbarkeit der hier besprochenen Behauptungen erkennen. Welche Folgen das für ihn haben kann, braucht hier wohl nicht näher erläutert zu werden. Wenn er das üble Spiel mitspielt, riskiert er, dass ihm später der Doktortitel wieder entzogen wird. Über zwei solche Fälle wurde kürzlich aus Bonn und Konstanz berichtet [8,9].

 
zurück zum Inhalt weiter