Zusammenfassung

 

 

Wie die Universität Leipzig in einer Pressemitteilung vom 14.11.03 berichtete, haben drei Angehörige der Universität, Apothekerin F. Schmidt, Prof. W. Süß und Prof. K. Nieber einen mit 10.000 Euro dotierten Preis der Internationalen Gesellschaft für Homotoxikologie und der Internationalen Gesellschaft für Biologische Medizin erhalten. Die ausgezeichnete Arbeit trägt den Titel "In-vitro Testung von homöopathischen Verdünnungen" und ist in der Zeitschrift "Biologische Medizin" im Februar 2004 erschienen. Ein Bericht darüber findet sich auch im Journal der Universität Leipzig (Heft7/2003, Seite 32).

Die Autoren behaupten in der zitierten Veröffentlichung, es sei ihnen gelungen, den Nachweis zu erbringen, dass Lösungen von Belladonna, einem Extrakt aus der Tollkirsche, auch dann noch physiologisch wirksam seien, wenn sie so weit verdünnt würden, dass mit Sicherheit keine Moleküle der Ausgangsubstanz mehr in der Lösung vorhanden sein können. Dieser Effekt könne nur dann beobachtet werden, wenn die Verdünnung nach homöopathischer Vorschrift durch Schütteln vorgenommen würde. Lösungen, die beim Verdünnen nur gerührt würden, seien wirkungslos.

Wären diese sensationellen "Ergebnisse" der Autoren richtig, dann hätte das weitreichende Konsequenzen. Unser naturwissenschaftliches Weltbild wäre in wesentlichen Teilen falsch. Auch die Auswirkungen für die Medizin wären gravierend. Bei vielen Krankheiten wäre es nicht mehr nötig, Patienten mit teuren Arzneimitteln zu versorgen. Die Arzneimittel selbst müssten nicht mehr in den Medikamenten vorhanden sein, es genügte, wenn ein "Abbild" des Wirkstoffes in Wasser vorhanden wäre.

Nach dem Studium dieser Arbeit sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine Falschmitteilung handelt. Wir erheben folgende Einwände:

  • Die homöopathischen Lösungen, die sie angeblich untersucht haben, lassen sich aus prinzipiellen Gründen gar nicht herstellen.

  • Die veröffentlichten Forschungsergebnisse beruhen nicht auf objektiven Messergebnissen, sondern auf psychologisch und methodisch bedingten Messfehlern.

  • Die Versuchsdaten wurden durch Selektion an das erwartete Ergebnis angepasst.

In dem anschließenden Kommentar haben wir unsere Anschuldigung ausführlich begründet. Wir sind zu der Auffassung gelangt, dass die genannte Veröffentlichung der Autoren den Vorwurf wissenschaftlichen Fehlverhaltens rechtfertigt.

Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 14.11.03

http://www.uni-leipzig.de/presse2003/homoeopathie.html

zurück zum Inhalt weiter