Die "Forschungsergebnisse" in den Medien

 

 

Hätten die Autoren es mit der Veröffentlichung bewenden lassen, so wäre wohl kaum davon Notiz genommen worden. Erst durch die Pressemitteilung der Universität Leipzig erhielt eine breite Öffentlichkeit Kenntnis von den sensationellen Ergebnissen. Diese Mitteilung wurde von einer Reihe von Tageszeitungen übernommen.

Viel gravierender ist die Verbreitung dieser "Erkenntnisse" im Internet und in verschiedenen Wissenschaftsmagazinen in Fernsehen und Rundfunk. Hier wird buchstäblich ein Millionenpublikum erreicht. Beispiele für solche Sendungen sind:

In einer der Sendungen (ARD am 10.03.04) kommt einer der Autoren zu Wort:


"Prof. Wolfgang G. Süß, Universität Leipzig, Institut für Pharmazie, erklärt: "Nun ist das Atropin aber gar nicht mehr drin. Das heißt: Wir brauchen ein Abbild des Atropins in dem Lösungsmittel. In welcher Weise aber nun dieses Abbild wirkt, über eine elektromagnetische Welle, das wissen wir noch nicht."

Zwar behauptet Prof. Süß nicht direkt, dass in einer homöopathischen Lösung ein Abbild des Atropins als elektromagnetische Welle wirksam wird, aber alleine die Tatsache, dass ein Professor einer Universität so etwas für möglich hält, bedeutet sicher für die meisten Zuschauer der Sendung, dass es sich hierbei um eine durch universitäres Wissen gestützte Erklärungsmöglichkeit handelt, die noch der experimentellen Bestätigung bedarf. Diese Äußerung lässt Zweifel darüber aufkommen, ob Professor Süß wohl weiß, was eine elektromagnetische Welle ist.

Die Firma Heel wird diese absatzfördernden Auftritte im öffentlichen Fernsehen zu würdigen wissen.

Umfragen haben gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Bundesbürger an die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln glaubt. Sie werden sich in dieser Meinung durch die Veröffentlichung und die positiven Darstellungen dieses Themas im Fernsehen bestätigt sehen.

Wie Professor Nieber in einem Beitrag in der Zeitschrift "Medizinische Monatschrift für Pharmazeuten", 24, 2001, Seite 319 mitteilt, wird ihre Forschungsarbeit fast ausschließlich mit Drittmitteln der DFG, des BMF + F und der Industrie finanziert.
Es muß davon ausgegangen werden, dass diese Arbeiten in erheblichem Umfang aus Steuermitteln finanziert wurden.

 
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