Der Preis und die Sponsoren

 

 

Interessengruppen - Hintergrund

Wie die Universität Leipzig mitteilte, ist den Autoren der Hans-Heinrich-Reckeweg-Preis 2003 der Internationalen Gesellschaft für Homotoxikologie e.V. und der Internationalen Gesellschaft für Biologische Medizin verliehen worden. Das ist nicht ganz korrekt. Wie der Webseite der Internationalen Gesellschaft für Homotoxikologie e.V. zu entnehmen ist, ist nur sie der Spender des Preises.

Angesichts der Dürftigkeit des vorgelegten wissenschaftlichen Materials muss man sich fragen, warum eine internationale wissenschaftliche Gesellschaft einen Preis für eine auf den ersten Blick als pseudowissenschaftlich erkennbare Leistung verleiht.

Hintergrund: Der Homöopath Dr. Hans-Heinrich Reckeweg gründete 1936 die Firma Biologische Heilmittel Heel GmbH, die Ihren Firmensitz jetzt in Baden-Baden hat. Nach eigenen Angaben im Internet ist sie der größte Hersteller von Homöopathika in Deutschland. Die Firma ist auch in großen Umfang auf dem amerikanischen Markt vertreten. Reckeweg gründete, auch in Baden-Baden, 1961 die Internationale Gesellschaft für Homotoxikologie. Wie eng die Gesellschaft mit der Firma verknüpft ist, geht auch daraus hervor, dass auf der Webseite der Firma die Seminare, Workshops und Symposien der Gesellschaft angekündigt werden. Auch dem Preis hat Heel eine eigene Webseite gewidmet [11]. ]. Weitere Informationen über die Firma hat Herr Deckers recherchiert [12]. Seine sehr lesenswerten Ausführungen zeigen, wie man die sogenannte Homotoxikologie in den USA beurteilt.

Der Zusammenhang ist offensichtlich: Die Homöopathie leidet darunter, dass es keine wissenschaftliche Bestätigung für die Wirksamkeit ihrer Heilmittel gibt. Eine Veröffentlichung, wie die hier besprochene Arbeit, würde sich umsatzsteigernd auswirken und hilfreich sein, auch solche Mediziner und Patienten von der Wirksamkeit der Präparate zu überzeugen, die der Homöopathie bisher skeptisch gegenüberstanden. Die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit ist dabei unerheblich.

In diesem Zusammenhang ist die Veröffentlichung von Willem Betzt (Universität Brüssel) interessant, der auf die politischen und finanziellen Hintergründe ähnlicher pseudowissenschaftlicher Publikationen hinweist [13] und zeigt, dass diese Aktivitäten in Zusammenhang mit dem Bestreben des European Committee for Homeopathy stehen, die wissenschaftliche Anerkennung der Homöopathie in der EG zu erreichen.

 
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