Der Stoffwechselfunktionstest SFT der INDAGO GmbH
Früher "Nanopartikelanalyse"

 


Mit einer manipulierten Stellungnahme von Prof. De Bruijn versucht die INDAGO GmbH zu beweisen, dass ihre "Nanopartikelanalyse" eine wissenschaftliche Grundlage hat.


Vorbemerkung:


Der Mensch ist ein biologischer Organismus - es sind biologische Moleküle, die seine Lebensfunktionen aufrechterhalten. Bei Krankheiten kann sich die Zusammensetzung des Blutes geringfügig ändern. Diese Änderungen sind so klein, dass es spezifischer Verfahren bedarf, um sie in der Umgebung von den vielen "normalen" Blutbestandteilen aufzuspüren und zu messen. Diese Änderungen betreffen stets biologische Moleküle (Beispiele: Änderungen der Konzentrationen von  Hormonen, des Cholesterins oder bestimmter Tumormarker, die auf ein Krebsgeschehen hindeuten). Diese Feststellung ist trivial, ebenso wie die Forderung, dass eine Untersuchungsmethode, mit der kleine Änderungen des Stoffwechsels gemessen werden sollen, so konzipiert sein muß, dass diese "biologischen Moleküle" nicht vor der Messung durch die Präparations-Methode zerstört werden.


Hintergrund:


Mit einer Unterlassungsklage wollte die INDAGO mir verbieten lassen, zu behaupten, dass ihre Befunde frei erfunden seien. Die Klage wurde abgelehnt. Die Kosten trägt die INDAGO. Bei der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Leipzig legte die INDAGO eine "Wissenschaftliche Kurz-Stellungnahme" von Prof. De Bruijn vor, die beweisen sollte, dass die Nanopartikelanalyse der Firma eine wissenschaftlich fundierte Methode sei.

Es handelt sich hier um eine dreiste Irreführung des Gerichtes, denn die Stellungnahme von Prof. De Bruijn bezieht sich auf eine ganz andere Methode. Das Gericht hat sich täuschen lassen und die Beschreibung von Prof. De Bruijn in die Urteilsbegründung übernommen. Auf das Urteil selbst hatte die Stellungnahme keinen Einfluß. 

Das Original der Stellungnahme (als pdf-Datei) wurde meinem Anwalt als Kopie eines Faxes kurz vor Beginn der mündlichen Verhandlung übergeben. Das Fax hat zwar eine schlechte Qualität, doch sind alle Teile lesbar.  Hier finden Sie das Dokument in einer besser lesbaren Form.


Vergleich der De Bruijn'schen Methode mit der INDAGO-Methode:

De Bruijn: INDAGO:

  1. Präparationsschritt-1:
    Trocknen einer Vollblutprobe, dabei bleiben alle wesentlichen Biomoleküle erhalten.
  2. Präparationsschritt-2:
    Definierte Auflösung der getrockneten Substanzen des Blutes. Auch hier bleiben die Biomoleküle erhalten.
  3. Messung der Nanopartikel: Messtechnik: Licht(zer)streuung. Biomoleküle werden  in der flüssigen Phase gemessen.
  4. Ergebnis:
    Durchschnittliche Größe eines Gemisches von Nanopartikeln, die aus Biomolekülen zusammengesetzt sind.


  1. Präparationsschritt-1:
    "Thermisches Cracking", Umwandlung der Biomoleküle in chemische Elemente. Alle Biomoleküle werden zerstört.
  2. Präparationsschritt-2:
    Resuspension der chemischen Elemente in Wasser.
  3. Präparationsschritt-3:
    Dehydrierung, also Trocknung der Lösung bzw. Suspension.
  4. Messung der Nanopartikel:
    Differenzierung und Messung der einzelnen Nanopartikel mit dem Lichtmikroskop. Die Nanopartikel enthalten keine Biomoleküle, sondern nur chemische Elemente.
  5. Ergebnis:
    Keine Angaben der INDAGO.
    Die Daten müssten mindestens enthalten:
    • Formen der Partikel
    • Volumen der einzelnen Partikel
    • Anzahl der einzelnen Partikel pro Volumeneinheit.
    Auf diese Weise ermittelte Daten wäre ohnehin wertlos, weil die biologischen Moleküle durch die Präparationstechnik zerstört wurden.



Da sich alle weiteren Aussagen von Prof. De Bruijn auf die von ihm geschilderte Methode beziehen, sind sie für die Beurteilung der INDAGO-Methode selbstverständlich irrelevant.

Es ist unverständlich, warum Prof. De Bruijn sich bereit gefunden hat, eine solche Stellungnahme im Auftrag der INDAGO GmbH abzugeben, deren Zweck es war, ein Gericht irrezuführen. Wie aus dem Originaltext hervorgeht, war er sich bewußt, dass diese Stellungnahme in einem Gerichtsverfahren verwendet werden sollte. Man hätte erwarten müssen, dass er besonders sorgfältig prüft, ob er die "Nanopartikelanalyse" der  INDAGO GmbH richtig wiedergibt. Es ist für mich unvorstellbar, dass  ein Wissenschaftler, zumal ein Hochschulprofessor, eine wissenschaftliche Stellungnahme abgibt, ohne sich vorher über die Firma, und die Methode zu informieren, obwohl er in seiner Stellungnahme schreibt, dass er eigene Recherchen durchgeführt habe.

Prof. De Bruijn ist Berater der Firma "European Consultancy Network" (ECN), ein Unternehmen der MedPlus Europe S.A. mit Sitz in Brüssel.

Ich habe Prof. De Bruijn in einem Schreiben vom 12.09.06 um eine Klarstellung gebeten. Am 20.09.06 erhielt ich folgende Antwort:


"Sehr geehrter Herr Kollege Keck,

bezugnehmend auf Ihr Schreiben vom 12.09.06 darf ich zunächst anmerken, daß ich mein Gutachten als unabhängiger Wissenschaftler abgegeben habe und nicht die Absicht habe, mich in Streitigkeiten zwischen meiner Auftraggeberin und Ihnen einzumischen.

Zwangsläufig habe ich auch keinen Einfluß darauf, wie Juristen den Inhalt dieses Gutachtens bewerten. Hierbei dürfte es Aufgabe der jeweiligen Anwälte sein, entsprechend vorzutragen, wenn sie glauben, das Gericht würde ein Gutachten falsch interpretieren.

Der Inhalt der von Ihnen übersandten wissenschaftlichen Stellungnahme des Kollegen Hofer bestätigt, daß meine Ausführungen objektiv richtig und in keiner Weise angreifbar sind.

Ihren Vorwurf, ich hätte eine irreführende Stellungnahme abgegeben, weise ich zurück.

 
Mit freundlichen Grüßen,

Christian De Bruijn."


Anmerkungen zu der  E-Mail von Prof. De Bruijn:
  1.  Prof. De Bruijn betont, er habe sein Gutachten als unabhängiger Wissenschaftler  abgegeben. Das ist nicht korrekt, denn (a)  ist diese Stellungnahme irreführend, weil sie nicht die INDAGO-Methode sondern eine andere Methode beschreibt und (b) ist er ja offensichtlich dafür von seinem Auftraggeber bezahlt worden.
  2. Prof. De Bruijn schreibt, er habe keinen Einfluss darauf, wie Juristen den Inhalt dieses Gutachtens bewerten. Natürlich hat er Einfluss auf die Bewertung der INDAGO-Nanopartikelanalyse durch das Gericht genommen, weil er in seiner Stellungnahme zu eben dieser Nanopartikelanalyse eine ganz andere Methode bewertet hat.                                   
  3. Prof. De Bruijn offenbart hier ein merkwürdiges Rechtsverständnis. Man kann den Eindruck gewinnen, er halte eine falsche Stellungnahme für eine normale Sache, denn die Juristen hätten ja die Möglichkeit, die Täuschung zu entlarven.
  4. Der Hinweis, dieStellungnahme von Prof. Hofer bestätige die Richtigkeit seiner Aussagen, ist ebenfalls falsch. Prof. Hofer bestätigt im Gegenteil, dass die Methode zu der Prof. De Bruijn Stellung nimmt, mit der INDAGO-Nanopartikelanalyse nichts zu tun hat.
  5. Ich hatte die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Prof. de Bruijn von der INDAGO über die Durchführung ihrer Nanopartikelanalyse getäuscht worden sein könnte und er möglicherweise in gutem Glauben zu einer anderen Methode Stellung genommen habe. Ich schrieb:
"In diesem Sinne muss ich Ihren Text als eine irreführende Stellungnahme bezeichnen. Allerdings gehe ich, solange mir keine gegenteiligen Informationen vorliegen, davon aus, dass Sie das nicht beabsichtigt haben und dass Sie selbst von der INDAGO GmbH getäuscht worden sind."

Mit der E-Mail von Prof. De Bruijn liegen diese gegenteiligen Informationen jetzt vor. Der Leser kann sich selbst eine Meinung darüber bilden, wie er die Stellungnahme von Prof. De Bruijn bewerten will.



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