Der Stoffwechselfunktionstest SFT der INDAGO GmbH
Früher "Nanopartikelanalyse"

 


Wissenschaftliche Beurteilung der "Nanopartikelanalyse" bzw. des "Stoffwechselfunktionstest" der INDAGO GmbH

PD Dr. rer. nat. Klaus Keck


Einleitung

Im Folgenden wird bewiesen werden, dass es unmöglich ist, die von der INDAGO propagierte Nanopartikelanalyse durchzuführen. Es wird die angebliche Durchführung einer solchen Analyse in den Schritten, wie von der INDAGO mitgeteilt, beschrieben und durch Kritikpunkte 1 bis 4 widerlegt werden. Es soll hier betont werden, dass die Methode nicht erst durch die Summe der Kritikpunkte widerlegt wird, sondern dass jeder einzelne der angeführten Kritikpunkte alleine bereits die Existenz der Methode widerlegt.

Es wird gezeigt werden, dass die Methode nicht von "Forschern", sondern offensichtlich von Dilettanten ausgedacht wurde, denen wissenschaftliches Denken fremd ist. Beeindruckend ist die Dreistigkeit, mit der die INDAGO eine auch für den Laien quasi auf den ersten Blick als Schwindel erkennbare Diagnosemethode vermarktet.

Anmerkung: Das BMIB (Biomedizinisches Institut Bingen) hat sich in INDAGO GmbH unbenannt. Hier wird ausschließlich der neue Name der Firma verwendet.

Diese Darstellung ist wie folgt gegliedert:
  1. Im ersten Abschnitt wird die Präparationstechnik besprochen und erläutert werden, warum bei der Durchführung dieser Technik sämtliche Moleküle, die Informationen über ein Krankheitsgeschehen tragen könnten, zerstört würden. Eine weitere Diskussion erübrigt sich.
  2. Trotzdem wird im zweiten und dritten Abschnitt gezeigt werden, dass selbst wenn man alle vernünftigen Einwände ignoriert, auch die folgenden Schritte aus prinzipiellen Gründen unmöglich sind.
  3. In einem vierten Abschnitt werde ich darlegen, dass es unmöglich ist, die "Befunde" der INDAGO zu erstellen, ganz gleich, welche Analysentechnik man einsetzt.
Es kann mit Sicherheit gesagt werden, dass diese Methode nicht nur keine brauchbaren Resultate liefert, sondern dass die INDAGO niemals eine solche Nanopartikelanalyse durchgeführt hat.

Eine Analysenmethode mit einer Leistungsfähigkeit, welche die INDAGO ihrer Nanopartikelanalyse zuschreibt, würde alle anderen Analysenmethoden weltweit in den Schatten stellen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich in der wissenschaftlichen Literatur kein Hinweis auf diese Methode findet und auch der als "Leitender Wissenschaftler" bezeichnete Luis Gomez in der seriösen Literatur unbekannt ist.

Die Erklärung der INDAGO, was ihre Nanopartikelanalyse eigentlich sei, unterlag mehrfachen Veränderungen, mit denen offensichtlich versucht wurde, meiner Argumentation auszuweichen. Eine Beurteilung ihrer Methode versucht die INDAGO außerdem dadurch zu verhindern, dass sie wesentliche Teile ihrer Methode zu Betriebsgeheimnissen erklärt. Es sei hier darauf hingewiesen, dass es unzulässig ist, Laboranalysen zu erstellen, ohne die Methode, mit der die Ergebnisse erzielt wurden - zumindest auf Anfrage - mitzuteilen, so dass sie in einem zweiten Labor überprüft werden können.

Die üblichen Methoden zur Untersuchung von Blutsubstanzen bedienen sich spezifischer Methoden, d.h. es wird ein Verfahren angewendet, das so konzipiert ist, dass nur diese Substanzen erfasst werden, deren Konzentrationen gemessen werden sollen. Die große Menge an anderen Substanzen die im Blut vorhanden und deren Konzentrationen im Blut meist mehrere Zehnerpotenzen höher sind, dürfen bei diesen Analysen nicht stören. Es gibt hochspezifische und hochempfindliche Verfahren, mit denen Substanzen gemessen werden können, deren Konzentrationen nur das 10-9-fache der Konzentrationen der Hauptbestandteile des Blutes betragen.

Die Nanopartikelanalyse der INDAGO ist eine unspezifische Methode. Konzentrationen von Substanzen, die in niedrigen Konzentrationen vorhanden sind, können damit aus prinzipiellen Gründen nicht gemessen werden.


Als Ergebnis ihrer Untersuchung erstellt die INDAGO eine graphische Darstellung der angeblich gemessenen Parameter (siehe "Kritikpunkt 4: Die Befunde der INDAGO"). Im "Musterbefund Großes Profil" werden 66 einzelne Funktionen oder Parameter dargestellt. Um diese messen zu können, müsste die INDAGO die Konzentrationen von mindestens 100 verschiedenen Substanzen im Blut messen. Die Tatsache, dass die hier angeführten "getesteten Funktionen" nicht durch Messung von Blutbestanteilen bestimmt werden können, soll hierbei zunächst unbeachtet bleiben.

Im Folgenden wird nur auf die aktuelle Erklärung der INADAGO eingegangen und gezeigt, dass es unmöglich ist, diese Analyse durchzuführen.

Dieser Beurteilung liegen folgende Dokumente zugrunde:
  1. Die aktuelle Darstellung der Methode auf der Webseite der INDAGO, heruntergeladen am 24.10.06 
  2. Das Protokoll der mündlichen Verhandlung am Landgericht Leipzig.
  3. Einige Texte sind der alten Webseite der INDAGO, damals noch BMIB, entnommen, z.B. die Beispielbefunde, die auf der neuen Webseite nicht mehr zugänglich sind.
  4. Besuch des SPIEGEL bei der Indago: Die Zersetzung des Blutes findet bei 560 Grad statt.
Die Beurteilung orientiert sich in erster Linie an der aktuellen Darstellung der Methode im Internet, weil diese Darstellung nach der mündlichen Verhandlung in Leipzig ins Internet gestellt wurde und davon auszugehen ist, dass hier die Darstellung des Verfahrens besonders sorgfältig vorgenommen wurde. Da damit gerechnet werden muss, dass die INDAGO erneute Anpassungen ihrer Darstellung vornimmt, wird hier das Gerichtsprotokoll, das in einigen Punkten von der Internet-Darstellung abweicht, zur Unterstützung der Argumentation herangezogen. Es werden nur die für eine Beurteilung wesentlichen Punkte besprochen.




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