Der Stoffwechselfunktionstest der INDAGO GmbH
Früher "Nanopartikelanalyse"

 


Leipziger Klüngel im Stadtrat zu Gunsten einer Firma, die erfundene Diagnosen vermarktet



Bündnis 90/Die Grünen verhindern die Aufklärung des Indago-Schwindels wegen "strategischer Überlegungen".   Ein Justizskandal - Persilschein von der Staatsanwaltschaft



Mein Offener Brief an den Oberbürgermeister

Oberbürgermeister Jung, als Aufsichtsratsvorsitzender der Sparkasse, wurde von mir am 07.04.2008 in einem Offenen Brief darüber informiert, dass die Sparkasse Leipzig und die KfW Beteiligungen an einer Firma erworben haben, die erfundene Diagnosen vermarktet. Ich habe ihn gebeten, diese Beteiligung zu beenden. Die Firma Indago in Leipzig (früher BMIB in Bingen) wurde gegründet mit dem Ziel eine medizinische Diagnosemethode, als "Nanopartikelanalyse" oder "Stoffwechselfunktionstest" bezeichnet, zu vermarkten, die aus prinzipiellen Gründen nicht durchführbar ist. Zu diesem Ziel hat sie eine Organisation von etwa 100 Ärzten und Heilpraktikern geschaffen, die solche Diagnosen anfordern, um die Patienten gemeinsam auszubeuten. Die Diagnosen sind frei erfunden und ohne jeden Wert für die Patienten.
 
In meinem Schreiben habe ich dem OB auch aufgezeigt, wie er sich in wenigen Minuten durch eine telefonische Anfrage bei einem unabhängigen Fachmann über die Richtigkeit meiner Vorwürfe informieren kann. Ich erspare mir hier eine ausführliche Darlegung und verweise auf meinen Offenen Brief an den OB. Die Untätigkeit des OB ist im Effekt eine Billigung des Schwindels der Firma Indago.

Eine kurze Kritik der Indago-Methode in allgemeinverständlicher Form finden Sie hier. Über die Rolle der Sparkasse und der KfW, die mit mehr als 1 Million Euro, meines Wissens Fördermittel des Staates, also Steuergelder, an der Firma beteiligt sind, habe ich auf einer Webseite ausführlich berichtet. Ich finde es bemerkenswert, dass bei der Beteiligung der Sparkasse und der KfW, ebenso wie der Verhinderung, diesen Fall aufzuklären, der Stadtrat und stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP, Reik Hesselbarth, die entscheidende Rolle spielt. 



Bündnis 90 / Die Grünen im Stadtrat

Weil der OB mir nicht geantwortet hat, habe ich mich an Frau Krefft, 
Bündnis 90 / Die Grünen gewandt. Frau Krefft ist Medizinerin. Ich konnte sicher sein, dass sie den Wert der Indago-Diagnose sofort erkennen würde. In einem ausführlichen Schreiben habe ich ihr den Fall dargelegt und sie gebeten, eine offizielle Anfrage im Stadtrat einzubringen. Ich hatte dabei betont, dass eine allgemein gehaltene Anfrage sinnlos sein würde, weil der OB mit ebenfalls unpräzisen Hinweisen auf Gutachten etc. antworten würde.

Auszug aus meinem Schreiben an Frau Krefft:

"Im Prinzip könnte man den OB in einer Anfrage auffordern zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Von einem solchen Vorgehen rate ich dringend ab. Das wäre kontraproduktiv.

Vermutlich würde der OB mitteilen, er habe die Sparkasse aufgefordert, ihre Beteiligung zu überprüfen. Das habe die Sparkasse getan und Gutachten vorgelegt, die bestätigen, dass die Indago-Analyse eine wertvolle Diagnose-Methode sei. Meine Kritik sei also unberechtigt. Der OB würde sich vermutlich auf das auf meiner Webseite einsehbare Papier der Sparkasse berufen, das auch mir zugeleitet wurde (Anlage 5). Er würde sicherlich betonen, dass diese Gutachten vertraulich seien und der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden könnten.

Damit würde in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, mit der Firma sei alles in Ordnung.
.....
Es wäre sicher zielführender, in einer Anfrage die Durchführbarkeit der Methode konkret anzusprechen und  den OB unter Hinweis auf die Indago-Methode zu bitten, mitzuteilen, ob er sich davon überzeugt habe, dass es möglich sei, eine Blutanalyse durchzuführen, indem man die Probe zunächst vollständig zerstört, um anschließend die vorher vorhandenen Blutsubstanzen zu messen.

Statt der von mir vorgeschlagenen offiziellen Anfrage richteten Bündnis 90 / Die Grünen am 01.10.2008 eine inoffizielle Anfrage an den OB. Die Anfrage enthielt aber nicht die von mir vorgeschlagene konkrete Frage, sondern nur allgemeine Formulierungen, wie die, vor denen ich gewarnt hatte.  Bei einem späteren Telefongespräch sagte mir Frau Krefft, die Antwort des OB sei so ausgefallen, wie ich es vorausgesagt hatte. Auf meine Frage, was man nun wohl tun könne, im Interesse der abgezockten Patienten, erwiderte Frau Krefft, für sie seien "strategische Überlegungen" wichtig. Welche, wollte sie mir nicht mitteilen. Die Antwort des OB wurde mir verweigert, sie ist offenbar ebenso geheim, wie die erwähnten angeblichen Gutachten.

Weinig später erhielt ich ein Schreiben, in dem mir Frau Krefft mitteilte:

"Wir haben die Stadtverwaltung zur intensiven Prüfung Ihrer Informationen und Auskünfte über die Firma Indago GmbH aufgefordert. Diese Prüfung ist beendet, es wurde zur Indago zum heutigen Zeitpunkt kein belastbarer Tatbestand festgestellt."

Frau Kerrf schreibt die Unwahrheit. Als Medizinerin ist sich des Schwindels wohl bewusst, dies konnte ich auch dem mit ihr geführtem Telefongespräch entnehmen. Sie schreibt nicht, dass z.B. ein Professor, mit einem richtigen Namen, in einem Gutachten, das jeder lesen kann, überzeugend dargelegt habe, dass es doch möglich sei, durch thermisches Cracking eine Blutanalyse durchzuführen. Die "strategischen Überlegungen" müssen sich wohl gelohnt haben. Die Interessen der Patienten, also der Bürger, sind dem "Leipziger Klüngel" zum Opfer gefallen.

Hätte der OB nichts zu verbergen, hätte er Gutachten und Stellungnahmen, die der Indago angeblich Seriosität bescheinigen, der Öffentlichkeit zugänglich machen können. Diese Dokumente sind aber offensichtlich nur für Personen bestimmt, die sie nicht beurteilen können. Ich ziehe den Schluss, dass er meinem Vorschlag, einen unabhängigen Fachmann zu konsultieren, nicht gefolgt ist.


Justizskandal

Die Indago schreibt auf ihrer Webseite:

"Eine durch Dr. Kecks Homepage inspirierte Strafanzeige gegen die Geschäftsführerin der INDAGO GmbH wird nach Prüfung der Staatsanwaltschaft eingestellt. (Wir kommen nicht umhin, etwas amüsiert die Frage zu stellen, ob nun Dr. Keck der Meinung sein wird, dass auch die bundesdeutsche Staatsanwaltschaft im Skandal verwickelt sei.) "

Dem kann ich nur zustimmen - ich halte das für einen Justizskandal. Staatsanwalt Helbig hält angeblich meine Kritik für einen Streit unter Wissenschaftlern. Das kann aber keine Rechtfertigung  für die Einstellung des Verfahrens sein, denn es gibt nur eine Veröffentlichung eines Wissenschaftlers über die Nanopartikelanalyse der Indago - meine Webseite. Welche Wissenschaftler und deren Publikationen könnte StA Helbig anführen, die die Durchführbarkeit dieser Analyse bestätigen?

Wenn Staatsanwalt Helbig  nicht in der Lage ist, die offenkundige Tatsache zu erkennen, dass eine Zerlegung einer Blutprobe in die chemischen Elemente alle Blutbestandteile zerstört, hätte er fachkundigen Rat einholen müssen. Das Universitätsklinikum Leipzig verfügt über ein international renommiertes  Institut für Laboratoriumsmedizin, klinische Medizin und Diagnostik. Einer der leitendenden Wissenschaftler dieses Instituts hätte sicher eine kompetente Stellungnahme abgegeben.


Meine Kritikpunkte an der Indago-Methode sind StA Helbig bekannt. Mir ist nicht bekannt, dass ihm eine Stellungnahme eines Wissenschaftlerlers vorliegt, die meine Kritik entkräftet. Hier noch ein Punkt, den ich bisher noch nicht diskutiert habe:

Nach Angaben der Indago will sie in mehr als zehn-jähriger Forschungstätigkeit  90.000 Blutproben untersucht haben, um ihre Methode zu standardisieren. Diese Aussage enthält die 3sat-Webseite zu der "nano"-Sendung. Die Webseite liegt auch StA Helbig vor, er hatte sie beim Sender 3sat angefordert. Sie wurde vom Sender gelöscht und kann hier als Zitat eingesehen werden. Die Entnahme von so vielen Blutproben zu Forschungszwecken hätte vermutlich eine Ethikkommission genehmigen müssen. Die Patienten hätten ihre Zustimmung geben müssen, dass ihnen für diesen Zweck Blut entnommen wird und ihre Patientendaten einer privaten Firma zur Verfügung gestellt werden. Außerdem hätte die zuständige Behörde informiert werden müssen.
Mehr zu diesem Punkt hier.

Dazu "Report Munchen" am 31.08.2009:

Prof. Dr.jur. Dr.med. Alexander Ehlers, Fachanwalt für Medizinrecht: "Eine Blutabnahme ist, das ist ständige Rechtssprechung, Körperverletzung, auch wenn sie medizinisch indiziert ist oder wäre und es setzt voraus, nur in gewissen Ausnahmefällen ist das nicht erforderlich, dass der Patient vor einem solchen Eingriff aufgeklärt wurde und entschieden hat, nach Abwägung des Für und Wider, ja ich möchte es oder ich möchte es nicht."

StA Helbig hat  nicht geprüft, ob diese unverzichtbaren Voraussetzungen für diesen "Großversucht", erfüllt waren. Schon die unglaublich hohe Anzahl von angeblich untersuchten Blutproben hätte einen Staatsanwalt stutzig machen müssen. Eine einfache Abschätzung ergibt, dass bei einseitigen Zustimmungserklärungen der Patienten und unter der Annahme, dass 500 dieser Dokumente in einen Leitzordner passen, 180 dieser Ordner notwendig wären, um diese Dokumentation zu lagern.  Das hätte auch den gutgläubigsten Staatsanwalt misstrauisch machen müssen. Die selbe Anzahl von Ordnern müsste auch bei der Behörde lagern. 

Hätte die Indago, alias Wiesbach-Instutut, alias BMIB, alias arco, tatsächlich diese 90.000 Blutproben untersucht, wäre dies sicher die größte Massenuntersuchung von Blutproben weltweit gewesen, die zur Etablierung einer Analysemethode für kommerzielle Zwecke durchgeführt worden wäre - von einer Firma, die über keinen einzigen ausgewiesenen Wissenschaftler verfügt.

Wie dem oben zitierten Report-Bericht zu entnehme ist, ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung, weil von 405 Patienten, denen Blut entnommen wurde, nur 178 Einwilligungserklärungen vorliegen. Eine Ethikkommission der Uni Leipzig hatte diese Untersuchungen genehmigt.

Im Falle der Indago-Blutproben liegt mit Sicherheit keine Genehmigung einer Ethikkommission vor. Für die Staatsanwaltschaft Leipzig ist das offensichtlich kein Grund zu prüfen, ob die Patienten, denen angeblich Blutproben entnommen worden sein sollen, der Blutentnahme und der Zerlegung ihrer Blutproben in die chemischen Elemente zugestimmt hatten und mit der Weitergabe ihrer Krankendaten einverstanden waren.

Weil die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt hat, kann die Indago nun meiner Kritik mit dem Hinweis entgegentreten, ihre Methode sei staatsanwaltschaftlich geprüft und nicht beanstandet worden. Ich werde gelegentlich ausführlicher über diesen Justizskandal berichten.


Ich vermute, dass für die Tatsache, dass die Firma Indago nun schon seit mehr als drei Jahren Patienten mit erfundenen Diagnosen abzocken darf, obwohl eine ganze Reihe von Personen und Funktionsträger des öffentlichen Lebens darüber informiert sind, ein parteiübergreifender Leipziger Klüngel verantwortlich ist. Anders kann ich mir die vielen Merkwürdigkeiten nicht erklären.

Mit Schreiben vom 20.10.2009 an alle Stadträte habe ich diese aufgefordert, sich dafür einzustzen, dass der OB die Beteiligung der Sparkasse an der Indago beendet. Das Schreiben kann hier eingesehen werden.




Links:

Indago GmbH:
     http://www.indago-group.de/cms/index.php
Meine Indago-Webseite:
    http://www.xy44.de/indago/index.html
Über die Beteiligung der Banken:
    http://www.xy44.de/indago/erg/banken.html
Kurze allgemeinverständliche Darstellung meiner Kritk:
    http://www.xy44.de/indago/erg/kritik1_4.html
Mein Offener Brief an den OB mit Anlagen:
    http://www.xy44.de/doc/index.html
Anfrage von Bündnis 90 / Die Günen:
    http://www.xy44.de/indago/erg/anfrage.pdf
Schreiben von Frau Krefft
    thttp://www.xy44.de/indago/erg/krefft.jpg








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