Der Stoffwechselfunktionstest der INDAGO GmbH
Früher "Nanopartikelanalyse"

 




Ergänzung 

Hier gehe ich auf einige Erläuterungen der Indago ein, die dem Paienten in der Befundmappe mitgeteilt werden. In dem Begleittext zu den Befunden schreibt die Indago u.a.(Nummerierung von mir).:

Was ist eine Nanopartikelanalyse (NPA)?
  1. Die Nanopartikelanalyse hat zum Ziel, Sie und den behandelnden Therapeuten näher an den Ursprungsort Ihrer gesundheitlichen Probleme heran zu führen. Dies geschieht dadurch, dass möglichst viele Stoffe, die in der Tätigkeit unserer Organe eine wichtige Rolle spielen, identifiziert werden.
  2. Der größte Unterschied zur herkömmlichen Blutuntersuchung besteht darin, dass nicht nur Endprodukte analysiert werden (wie z. B. Cholesterin, Kreatinin, Blutzucker) sondern auch deren Zwischenprodukte (sog. Stoffwechselauf und -abbauprodukte).
  3. Da diese Zwischenprodukte mit herkömmlichen Methoden nicht messbar sind, nutzen wir die physikalischen Eigenschaften dieser Stoffe und lassen sie unter dem Mikroskop sichtbar werden.
  4. Um bzgl. der Namensgebung der Nanopartikelanalyse Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir an dieser Stelle erwähnen, dass es sich bei den Nanopartikeln nicht um neue Stoffe handelt, die die INDAGO GmbH entwickelt hat. Vielmehr ist es so, dass wir mit Hilfe unseres Laborverfahrens alle Inhaltsstoffe des Blutes so zerkleinern, dass sie innerhalb eines Prozessabschnittes die Größe von Nanopartikeln haben.

In dem Text habe ich die wesentlichen Aussagen hervorgehoben. Versucht man diese dubiosen Sätze auf verständliche Aussagen zu reduzieren so ergibt sich Folgendes:

Zu 1:
Der Satz: "Dies geschieht dadurch, dass möglichst viele Stoffe, die in der Tätigkeit unserer Organe eine wichtige Rolle spielen, identifiziert werden. " stellt harte Anforderungen an die Leichtgläubigkeit der Patienten und des behandenden Arztes. Stoffe zu identifizieren bedeutet, ihre Anwesenheit im Blut festzustellen. Die Aussage der Indago ist einfältig! Natürlich sind alle diese  wichtigen Stoffe in jeder Blutprobe  vorhanden - sonst wäre der Patient tot.

Zu 2:
Hier wird der Dilettantismus erneut sichtbar. Endprodukte des Stoffwechsels sind bekanntlich in erster Linie Kohlendioxid und Wasser, auch Harnstoff und einige andere Stoffe die vom Körper ausgeschieden werden. Die Indago wird doch wohl nicht behaupten wollen, dass mit herkömmlichen Blutuntersuchungen nur diese Substanzen analysiert werden. Die angeführten Substanzen, Cholesterin, Kreatinin, Blutzucker, sind keine Stoffwechselendprodukte, sondern Stoffwechselprodukte. 

Zu 3:
Die Indago behauptet, irgendwelche Substanze im Blut seien mit herkömmlichen Methoden nicht messbar. Das ist Unsinn, denn unsere Technik ist so ausgreift, dass alle bekannten Substanzen auch messbar sind, wenn ihre Konzentrationen über der Nachweisgrenze liegen. Unbekannte Substanzen können mit keiner Methode gemessen werden. Ebenso unsinnig ist die Behauptung der Indago, sie könne alle Substanzen unter dem Mikroskop sichtbar machen. Die Produkte des Stoffwechsel sind viel zu klein als dass sie unter dem Mikroskop erkannt werden könnten.  Man kann sie auch nicht sichtbar machen. Selbst, wenn sie sich als Körnchen zu erkennen gäben, was will die Indago denn unter dem Mikroskop sehen – etwa kleine Schildchen mit eingeprägten Stoffnamen?

Das hat auch die Indago gemerkt, deshalb schreibt sie auf ihrer Webseite:

"Trotz der in der Lösung stattfindenden verschiedenen Bindungen dieser Molekule, entstehen durch die Dehydration Polymere und nanokristalline Strukturen, die unter dem Mikroskop sichtbar werden."

Auch das ist Unsinn! Die Indago möchte den Leser glauben machen, die einzelnen Moleküle  würden sich mit den gleichen Molekülen zu größeren Strukturen zusammenlagern und Nanokristalle bilden. Solche Kristalle könnten sich allenfalls in Lösungen bilden, die nur eine oder zwei Substanzen enthalten, die in hohen Konzentrationen vorliegen. Das ist hier nicht der Fall. Im Blut liegt ein Stoffgemisch von mehreren Hundert, vermutlich sogar eingen Tausend, verschiedenen Substanzen vor,  deren Konzentrationen sich um mehrere Zehnerpotenzen unterscheiden. Nur Substanzen, die in sehr hoher Konzentration vorhanden sind, könnten unter diesen Umständen Kristalle bilden. Man würde hauptsächlich Kochsalzkristalle finden, weil die Kochsalzkonzentration im Blut 0,9% beträgt. Aber, da die Indago bekanntlich das Blut zunächst in die chemischen Elemente zerlegt (siehe oben), gibt es bei diesem Schritt der Analyse auch kein Kochsalz mehr.


Zu 4:
Amüsant ist die Aussage der Indago, sie könne mit Hilfe ihres Laborverfahrens alle Inhaltstoffe so zerkleinern, dass sie die Größe von Nanopartikeln haben. Nanopartikel haben eine Größe von etwa 3 bis 100 nm (Nanometer). Ein Glucosemolekül hat etwa eine Größe von 0,5 nm. Die Methode mit der man kleine Moleküle so zerkleinern kann, dass größere Einheiten daraus entstehen ist sicher wieder ein Betriebsgeheimnis der Indago. Vielleicht haben die "Indago-Forscher" die Größenordnungen etwas durcheinander gebracht?


glucose

Abb. 1  Größenvergleich Glucosemolekül und Nanopartikel.  Das Glucosemolekül wurde mit etwa dem doppelten Durchmesser dargestellt, damit es überhaupt noch sichtbar ist.

Der Unsinn wird noch deutlicher, wenn man berücksichtigt, dass, wie die Indago auf ihrer Webseite schreibt, die Untersuchung mit einem normalem Mikroskop durchgeführt werden könne. Hier sind Teilchen mit einer Größe von ca. 100 nm gerade noch als Punkte erkennbar. Die meisten Stoffwechselprodukte, Kreatinin, Serotonin,  Cholesterin etc. haben etwa die gleiche Größe wie Glucose.


Die Indago behauptet, sie untersuche den Stoffwechsel, daher auch die neue Bezeichnung "Stoffwechelfunktionstest". Was versteht man unter Stoffwechsel?

Die Wikipedia definiert Stoffwechsel so:

"Der Stoffwechsel oder der Metabolismus  steht für die Aufnahme, den Transport und die chemische Umwandlung von Stoffen in einem Organismus sowie die Abgabe von Stoffwechselendprodukten an die Umgebung."

Einen Eindruck von den vielfältigen Stoffwechselwegen gibt dieser Überblick . Mit einem Doppelklick auf die einzelnen Teile können diese vergrößert werden. Ich kann dem Laien nur raten, keinen Versuch zu unternehme, die einzelnen Reaktionen zu verstehen. Es genügt, wenn der Leser versteht, dass die Behauptung der Indago, sie "identifiziere" feine Verschiebungen im Stoffwechsel, unsinnig ist.


Interleukin-1

Auf einer Webseite habe ich den Zeitbedarf  für eine Messung des Interleukin-1
mit der "Nanopartikelanalyse" geschätzt. Dieses Beispiel demonstriert, dass es aus prinzipiellen Gründen nicht möglich ist, Konzentrationen von Substanzen, die in niedrigen Konzentration im Blut vorliegen, mit einer unspezifischen Methode zu messen. Wäre die Indago in der Lage, alle Substanzen des Blutes in Nanopartikel umzuwandeln, dann hätte sie nicht einmal eine geringe Chance auch nur ein einziges Interleukin-1-Nanopartikel zu finden.




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