Die Nanopartikelanalyse der INDAGO GmbH

 

Stellungnahme der Sparkasse Leipzig mit meinen Kommentaren


Vorbemerkung:

Der Text der Stellungnahme der Sparkasse in blauer Schrift.

Diese Stellungnahme der Sparkasse Leipzig, bzw. ihrer Beteiligungsgesellschaft, wurde mir am 27.06.2008 durch die BaFin zugleitet. Mit dieser Stellungnahme soll meine Kritik an der Analysemethode "Nanopartikelanalyse" der Firma Indago entkräftet werden. Die Verfasser, Herr Hesselbarth und Herr Hübner, führen hier eine Reihe von Dokumenten an, deren Autoren nicht genannt und deren Inhalte nicht mitgeteilt werden. Die Stellungnahme der Sparkasse kann hier eingesehen werden. Mit Schreiben vom 27.06.2008 habe ich Herrn Hesselbarth aufgefordert, die Namen der Gutachter und die Gutachten zu veröffentlichen. Ich schrieb u.a.:

"Der von mir erhobene Vorwurf, die Diagnosen der Indago seien frei erfunden, ist so schwerwiegend und möglicherweise auch geschäftsschädigend, dass Sie sicher alles daran setzen werden, um diesen Vorwurf zu entkräften. Durch nichts können Sie die Glaubhaftigkeit Ihrer Aussagen besser untermauern, als durch eine Veröffentlichung der angeführten Gutachten sowie der Namen der Gutachter. Gutachter, die ein gutes Gewissen haben, brauchen das Licht der Öffentlichkeit nicht zu scheuen.

Ein solcher Schritt müsste doch zweifellos auch im Interesse der Indago liegen. Ich bitte Sie, mir diese Gutachten zuzuschicken, damit ich meine Kritikpunkte unter Berücksichtigung der neuen Gutachten überprüfen kann. Einen Platz für diese Gutachten, die ja meine Kritikpunkte wiederlegen sollen, habe ich schon auf meiner Webseite reserviert. Können Sie von mir mehr Bereitschaft zur Zusammenarbeit verlangen?

So könnten Sie auch von vornherein dem Verdacht entgegentreten, Sie hätten sog. "Gefälligkeitsgutachten" gleich reihenweise gekauft."

Eine Antwort habe ich natürlich nicht erhalten. Wieder einmal wird in diesem Fall mit Dokumenten und Stellungnahmen argumentiert, die geheim bleiben sollen. Offensichtlich scheuen die Autoren der Stellungnahme die Offenlegung der Dokumente wie der Teufel das Weihwasser. Ich beziehe mich auf früher gemachte Erfahrungen und Dokumente die beispielsweise bei Gericht vorgelegt wurden. Interessanter als der Text der Stellungnahme ist das was nicht drinsteht.

Stellungnahme der S-Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH

Mit Schreiben vom 14.05.2008 wurde die Sparkasse Leipzig von der BaFin gebeten, auf das Anschreiben von Herrn Dr. Klaus Keck vom 07.04.2008 i.S. INDAGO GmbH auszuführen. Im Auftrag unserer Gesellschafterin, der Sparkasse Leipzig, nehmen wir zum Sachverhalt wie folgt Stellung:

1.)    Die Prüfung der Beteiligung an der INDAGO GmbH sowohl bei S-Beteiligungen als auch bei der KfW, erfolgte auf Basis von marktüblichen und dem Standard entsprechenden Prüfungskriterien von Venture-Capital - und Beteiligungsgesell­schaften im Zuge einer Due Diligence. Durch gezielte und unabhängige Recherche der o. a. Gesellschaften, u. a. über anerkannte Fachexperten, wurde die Beteiligung an der INDAGO GmbH im Vorfeld umfassend analysiert und geprüft. Die Beteiligung wurde auf Basis der Prüfungsergebnisse in 04/2006 positiv beschieden.

Man beachte die Formulierung! Die Sparkasse behauptet nicht, sie habe Laborärzte oder Experten auf dem Gebiet der Biochemie oder Laboratoriumsmedizin konsultiert. Wenn sie diese Experten konsultiert hätte, dann hätte sie das hier sicher deutlich zum Ausdruck gebracht. Wenn die angeführten Fachexperten aber Finanzfachleute waren, die untersucht haben, ob man mit der Methode Geld verdienen kann, so ist das vermutlich richtig. Ich sehe hierin eine geschickte Formulierung, mit der verschleiert werden soll, dass sich die Sparkasse nicht vergewissert hat, dass es sich bei der "Nanopartikelanalyse" um eine seriöse Methode handelt.

2.) Der erstmalige schriftliche Kontakt mit Herrn Dr. Klaus Keck kam am 26.07.2006 zu Stande. Herr Dr. Keck informierte u. a. unsere Muttergesellschaft über die ihn vorliegenden Informationen und Sachverhalte zur INDAGO GmbH. Im Schreiben vom 30.07.2006 haben wir Herrn Dr. Keck seine Anmerkungen aufgenommen und ihm mitgeteilt, dass wir diesen umgehend nachgehen werden und ihn bei nachhaltiger Bestätigung der aufgeführten Vorwürfe, entsprechenden informieren werden.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Indago, (damals noch BMIB), ihre Nanopartikelanalyse noch anders beschrieben. Von thermischem Cracking war noch nicht die Rede. Erst Mitte August 2006 hat die Indago diese Beschreibung veröffentlicht. Es war aber schon vorher klar, dass sie die Analyse auch in der damals veröffentlichten Form nicht durchführen konnte. Ich schrieb Herrn Hesselbarth am 26.07.2006 u.a.:

"Ich habe Verständnis dafür, dass Sie meine Ausführungen anzweifeln. Deshalb empfehle  ich Ihnen, sich bei einem von der Ärztekammer für gesetzliche Krankenkassen zugelassenem Facharzt für Laboratoriumsmedizin in Leipzig zu erkundigen."

Aus dem Verhalten der Sparkasse schließe ich, dass sie diesem Rat nicht nachgekommen ist. Herr Hesselbarth hat mir kein Ergebnis eines solchen Gesprächs mitgeteilt.

Anlässlich eines Aufenthalts in Leipzig am 16.08.2006 hatte ich Herrn Hesselbarth in einem Telefongespräch vorgeschlagen, ihm meine Kritik an der Indago-Methode persönlich zu erläutern. Er lehnte es ab, mit mir zu sprechen.

Insbesondere wurden durch die Investoren folgende Maßnahmen eingeleitet:
  • Anforderung eines weiteren neutralen Gutachtens, eines Professors einer deutschen Universität, zur Untersuchung des Forschungsansatzes und des Aussagegehaltes des Verfahrens, der Leistungs- und    Funktionsparameter sowie der physiologischen und pathologischen Prozesse des Verfahrens,
Man beachte die Formulierung! Die Sparkasse schreibt nicht, ein Professor habe die Durchführbarkeit der "Nanaopartikelanalyse" bestätigt. Nach meinen Erfahrungen mit den Stellungnahmen, die die Indago bei anderer Gelgenheit vorgelegt hat, wird der Professor, der seinen Namen geheimhalten will, sich auf unverbindliche Formulierungen beschränkt haben. Einen anderen Trick hat Prof. De Bruijn angewandt. Er beschrieb eine andere Methoden die mit der Indag-Analyse nichts zu tun hat. Ich habe diesen Fall auf einer Webseite ausführlich dargestellt. 

Die Indago forscht nicht. Sie kann das nicht. Sie verfügt über keine Wissenschaftler. Die von der Indago vermarktete "Nanopartikelanalyse" ist in der medizinischen Wissenschaft unbekannt. Veröffentlichungen gibt es nicht. Die Indago kann eine eigene Forschungstätigkeit  nicht belegen. Der oben wiedergegebene Satz aus der Stellungnahme ist, man kann es kaum anders bezeichnen, inhaltloses Geschwätz.  Schon die Formulierung ist unsinnig. Was soll man sich unter physiologischen und pathologischen Prozessen eines Verfahrens vorstellen? Angeblich ist die "Nanopartikelanalyse" ein Analyseverfahren, bei dem im ersten Schritt das Blut in seine chemischen Bestandteile zerlegt wird. Was soll hierbei ein physiologischer oder pathologischen Prozess sein? Physiologische oder pathologische Prozesse finden in den Patienten statt. Diese Formulierung macht einmal mehr das dilettantische Niveau der "Indago-Forschung" deutlich. Herr Hesselbarth und Herr Hübner vertrauen offensichtlich darauf, dass keiner der Leser sich darüber Gedanken macht, was das wohl bedeuten könnte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein seriöser Professor einer deutschen Hochschule die Richtigkeit dieses Unsinns bestätigt. Ich fordere Herrn Hesselbarth und Herrn Hübner  erneut auf, den Namen des Professors zu nennen und das Gutachten öffentlich zu machen. Ich werde gerne dazu Stellung nehmen.

  • Konsultierung   von   unabhängigen   Fachärzten   für   die   Labormedizin   -  Untersuchung bzgl. der Einhaltung der Richtlinien für Laboruntersuchungen,
Auch hier ist wieder die Formulierung aufschlussreich. Die Sparkasse behauptet nicht, man habe sich bei diesen Konsultierungen vergewissert, dass die Analyse durchführbar sei. Die Richtlinien für Laboruntersuchungen werden von der Indago ohnehin nicht eingehalten, sie nimmt auch nicht an den vorgeschriebenen Ringversuchen teil. Was war denn nun das Ergebnis dieser Konsultierungen? Hat einer der Laborärzte bestätigt, dass es ein zielführender Analyseansatz ist, wenn man die Blutprobe zunächst in die chemischen Elemente spaltet?

  • Gezielte Rücksprache mit den Forschungspartnern,

Es gibt keine seriösen Forschungspartner, alle haben sich in Luft aufgelöst, wie ich bereits auf meinen Webseiten gezeigt habe. Wenn Herr Hesselbarth und Herr Hübner eine andere Meinung vertreten, mögen sie doch bitte die Forschungspartner nennen? Warum werden sie verheimlicht?

Wer forscht schreibt Forschungsberichte. Wo bleiben die Forschungsberichte, seit 2006, Damals wurde doch das gleiche behauptet.

  • Konsultierung von unabhängigen und regionalen Forschungseinrichtungen zur Bewertung der Methodik und des Zukunftspotentials,

Einrichtungen kann man nicht konsultierten sondern nur Personen. Auch hier eine Formulierung, die bei Scharlatanen sehr beliebt ist. Man arbeitet immer gleich mit ganzen Universitäten zusammen. Wissenschaftler nennen Namen oder Arbeitsgruppen - aber die sollen natürlich geheim bleiben. 

Auch eine Analyse, die nicht durchführbar ist kann ein "Zukunftspotential" haben, wenn man eine genügend große Anzahl von Patienten reinlegt. Mich erinnert diese, bei Bankern beliebte Formulierung, an Ereignisse der gegenwärtigen Finanzkrise. Welche Forschungseinrichtungen wurden konsultiert und mit welchem Ergebnis? 

  • Nochmalige Untersuchung der Historie „Wiesbach Institut „,

Welchen Nutzen hat das in diesem Zusammenahng? Offenbar soll lediglich die Liste verlängert werden.

  • Untersuchung des Vorwurfes der Strafanzeige gegen die INDAGO,

Was sollten denn die Sparkasse untersucht haben? Was hat sie herausgefunden?

Die Ergebnisse aus dem Maßnahmenpaket konnten die Werturteile gemäß Schreiben vom 26.07.2006 des Herrn Klaus Keck nicht bestätigen.

Man beachte: die Sparkasse schreibt nicht etwa Prof. XX von der Universität YY habe in einer Stellungnahme bestätigt, dass die Methode 1. durchführbar ist und 2. zu den in der Befundmappe wiedergegebenen Ergebnisse führt. Die Kritikpunkte von Herrn Keck sind falsch....

Es ist auffallend, dass Herr Hesselbarth sich nicht auf meine Webseiten bezieht, denn diese sind aktueller und detaillierter als mein Schreiben vom 26.07.2006.

3.) Weiterführend wurde der Sachverhalt der Fälschung des Gutachtens des renommierten und neutralen Professors Dr. rer. nat. Dr. med. Christian H.M.M. De Bruijn durch INDAGO GmbH untersucht. Dieser Vorwurf konnte nach Rücksprache mit dem Verfasser und dessen Rechtsbeistand nicht bestätigt werden.

Amüsant sind die Feinheiten: Ich hatte nicht behauptet, dieses Gutachten sei gefälscht. Herr De Bruijn hat eine andere Methode beschrieben, nicht aber die Indagomethode. Das  Gutachten ist falsch. Das habe ich ausführlich auf einer Webeite gezeigt. Außerdem ist er kein neutraler Gutachter, denn er wurde von der Indago dafür bezahlt, diese falsche Stellungnahme abzugeben.

4.) Mit Schreiben vom 13.05.2008 und folgend 23.05.2008, wurde Herr Dr. Keck im Namen aller Gesellschafter in die Laborräume der INDAGO GmbH eingeladen. Ziel des Gespräches sollte es sein, die Analysemethode in einem konstruktiven Gespräch und durch Einsichtnahme in die Laborabläufe zu demonstrieren und bestehenden Vorurteilen zu begegnen.

Hierzu habe ich schon auf einer anderen Webseite Stellung genommen

5.) Abschließend teilen wir mit, dass der Kontakt zu unabhängigen und renommierten Forschungsstätten, u. a. im Wirtschaftsraum Leipzig, weiter ausgebaut wurde. Die unabhängigen Institute konnten sich von der bisherigen Grundlagenforschung überzeugen. Die Ergebnisse haben diese bewogen, über gezielte externe Studien an
der Weiterentwicklung der Methode zu arbeiten.

Herr Hesselbart und Herr hübner schreiben die Unwahrheit! Warum nennen sie nicht die angeblich renommierten Forschungsstätten, die die Methode weiterentwickeln wollen. Bitte, Herr Hesselbarth und Herr Hübner, nennen Sie Ross und Reiter. Ich würde das gerne nachprüfen.


Fazit:
Nicht einmal die Sparkasse behauptet, jemand mit Fachkompetenz habe die Durchführbarkeit der Methode bestätigt. Keiner meiner Kritikpunkte wurde widerlegt.