Der Stoffwechselfunktionstest SFT der INDAGO GmbH
Früher "Nanopartikelanalyse"

 


Fortbildungskurs für Nanopartikelspezialisten


Die INDAGO schreibt auf ihrer Webseite: www.adhs-ratgeber.de :

"In diesem Netzwerk beteiligen sich gleichermaßen Ärzte, Forscher, Labore, Firmen, Selbsthilfegruppen und Fachpersonal wie z.B. Bewegungstherapeuten, um die Erkrankung AD(H)S besser zu verstehen und neue Möglichkeiten zu entwickeln, besser zu therapieren.
Allein vom 17.2. – 18.2.06 haben sich 120 Ärzte in Frankfurt am Main zu Spezialisten für dieses neue Konzept weitergebildet, die AD(H)S - Patienten nun aufsuchen können. Die Kontaktdaten finden Sie in der Therapeutenliste.
Fachpersonal kann sich bei Fragen, Anregungen oder Teilnahme am “Netzwerk gegen AD(H)S“ direkt an die koordinierende Stelle, das Biomedizinische Institut Bingen, wenden, deren Kontaktdaten sie auf der Seite Kontakt finden."

Die Firma Evomed (www.imupro.de) wirbt auf ihrer AD(H)S-Seite  für ihren IgG-Test (Immungloblun G) und weist in diesem Zusammenhang auf denselben Kurs hin:

"Das AD(H)S-Netzwerk

AD(H)S-Betroffenen stehen mehr als 100 Ärzte bundesweit als Spezialisten für dieses neue Konzept zur Verfügung.
Nähere Informationen und Kontaktdaten erhalten Sie bei:
Patienten-Hotline: 06151-666 800
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

Man hätte den Kurs als ganz gewöhnliche Werbeaktion der Firmen betrachten können, wenn nicht Herr Ahmad (INDAGO)in der mündlichen Verhandlung (festgehalten im Gerichtsprotokoll) erklärt hätte:

"Ich möchte erklären, dass die Fortbildung der 120 Ärzte, die hier angesprochen wurde, in Frankfurt von einem Arzt, Dr. Friederichs gemacht wurde. Das ist einer der renommiertesten Kinderärzte Deutschlands. Diese Fortbildung wurde von der Ärztekammer mit Fortbildungspunkten belegt."

Besagter Dr. Friederichs ist Privatdozent, Diplomphysiker und Mediziner an der Universität Heidelberg und gehört zum Kartell. In einer Stellungnahme für die Verhandlung in Leipzig schreibt er für die INDAGO u.a.:

"Seit ca. einem Jahr setzte ich regelmäßig die von Ihnen angebotene Nanopartikleanalyse im Rahmen meiner neuro- und entwicklungspädagogisch orientierten Praxis bei Kindern und Jugendlichen und z.T. auch Erwachsenen ein. Die Erfahrungen, die ich bei der Anwendung dieser Untersuchung mache sind sehr gut."

Nicht alle Ärzte, die den Kurs mitgemacht haben sind offenbar überzeugte Nanopartikelanalyse-Anhänger, wie die E-Mail eines Abtrünnigen zeigt, die mir unter dem Betreff:  "Nano als Gelddruckmaschine?" zugeschickt wurde:

"Lieber Kollege,

ich danke Ihnen für Ihr Engagement in der INDAGO / BMIB- Täuschungsaktion.
Nach einer auch von der Ärztekammer satt mit Fortbildungspunkten ausgestatteten Veranstaltung des BMIB hatte ich mich leichtgläubig dieser "neuen" Diagnostik zugewandt. Das angenehme Ambiente und die zahlreichen Teilnehmer mögen dabei förderlich im Sinne des Veranstalters  gewirkt haben.
Es wäre schön, wenn wir als Ärzte neue Methoden zur Erkennung und Therapie der Krankheiten in die Hand bekämen.

Für drei Patienten habe ich mich zu einer Diagnostik ihres ADHS hinreißen lassen. Neben den Kosten um 500 € (!!) haben die Patienten nichtsnutzige Ergebnisse und Therapieempfehlungen erhalten. Dem Unsinn der Nanopartikelanalyse wird nämlich im 2. Schritt auch noch eine Schrotschussdiagnostik für IgG4-AK gegen Lebensmittel aufgesetzt. Alles bar jeglicher Relevanz, belegen diese Ergebnisse doch lediglich einen stattgehabten Kontakt mit dem Antigen. Würden die Patienten tatsächlich die Vorgaben erfüllen, würden sie  bald an Mangelernährung leiden. Zuvor wäre wohl auch noch eine Neurose zu erwarten.

Ich muss gestehen, mich heute für meine Leichtgläubigkeit zu schämen. Zu meiner Ehrenrettung habe ich zumindest keine eigenen materiellen Vorteile gezogen. Im Therapeutenverzeichnis der INDAGO sollte ich gelöscht sein.

Bitte bleiben Sie standhaft, auch wenn manche vielleicht etwas länger brauchen, ihren Blick zu klären.

Mit freundlichen Grüßen
XXX
Kinderarzt

Ich kann mir sicher sparen, diese Informationen zu kommentieren.