Die Abschaffung des 2. Hauptsatzes der Wärmelehre


Das folgenden Beispiel einer Textstelle aus Meyls Werken werde ich deshalb ausführlich kommentieren, weil nach meiner Einschätzung hier die Täuschungsabsicht besonders deutlich wird.

In Meyls Pseudowissen nimmt der 2. Hauptsatz der Wärmelehre eine zentrale Stellung ein. Meyl behauptet "Raumenergie" sei überall vorhanden und könne technisch nutzbar gemacht werden. Der 2. Hauptsatz versperrt ihm diesen Weg, denn danach kann nur Energie in einen technischen Prozess fließen, wenn sie von einem höheren Potential zu einem niedrigeren fließt (Beispiele: Wasserfall, Wärmekraftwerk). Um seine Raumenergie trotzdem glaubhaft zu machen, erklärt er den 2. Hauptsatz kurzerhand für ungültig. Es mag merkwürdig klingen, aber die folgende Versuchsbeschreibung ist nicht nur eine Irreführung, sie auch ein Plagiat. Bruhn hat darauf hingewiesen, daß diese Versuchsbeschreibung ursprünglich von Bauer stammt. Sie wurde von Meyl nur geringfügig modifiziert und durch den Zusatz "messbar und nachprüfbar" ergänzt. Siehe:
http://www.mathematik.tu-darmstadt.de/~bruhn/2_KUGEL.HTM


Aus K. Meyl: Elektromagnetische Umweltverträglichkeit. 2. Auflage 1999. Seite 43

Gegenbeispiele zum 2. Hauptsatz der Wärmelehre

Am ehesten überzeugt uns ein kleines Experiment. Wir erhitzen zwei Kugeln, die eine etwas weniger, die andere etwas mehr. Dann bündeln wir die Wärmestrahlung der weniger warmen Kugel mit Hilfe eines Parabolspiegels und richten sie auf die heißere von den beiden. Die wird daraufhin noch heißer, die kältere hingegen kühlt sich ab. Die Wärme ist also von der warmen zur heißeren Kugel geflossen? Darf sie das denn?

Nach dem 2. Hauptsatz der Wärmelehre darf sie das natürlich nicht. Da kann die Wärme immer nur vom Warmen zum Kalten fließen. Aber bei diesem primitiven Experiment fließt sie meßbar und nachprüfbar in die falsche Richtung.

Sollten wir jetzt die Durchführung des Versuches bei Strafe verbieten lassen oder schläfern wir in aller Stille das Entropiegesetz ein?


Meyl will seine Leser glauben machen, daß ganze Generationen von Physikern so einfältig waren, daß sie nicht gemerkt hätten, daß der 2. Hauptsatz falsch ist, und sich mit einem so simplen Experiment widerlegen läßt.

Meyl täuscht seine Leser, er erweckt den Eindruck, auch wenn er es nicht ausdrücklich sagt, daß er selbst diesen Versuch gemacht habe, oder doch mindestens, daß er ganz sicher sei, daß dieser Versuch so, wie er ihn beschreibt, durchgeführt worden sei. Diese Überzeugung des Lesers wird noch durch die Zusätze "messbar und nachprüfbar" verstärkt. Wenn Meyl den Versuch tatsächlich durchgeführt hätte, so hätte er ihn sicher im Detail beschrieben und das Versuchsergebnis in Form von Daten dargelegt und erläutert. Folgt man der Meyl'schen Argumentation so müßte die warme Kugel immer heißer werden - bis zu welcher Temperatur?

Es ist offensichtlich, daß niemand diesen Versuch durchgeführt hat. Bruhn hat dieses Problem auf seiner website mathematisch behandelt. Ich will hier nur durch eine einfache Überlegung zeigen, daß diese Versuchsbeschreibung unsinnig ist: Würde der Versuch tatsächlich zu dem beschriebenen Ergebnis führen, so könnte man mit dieser Anordnung kontinuierlich Energie gewinnen. Man hätte ein Perpetuum mobile geschaffen. Man brauchte nur die beiden Kugeln mit den beiden Enden eines Thermoelmentes zu verbinden und damit die Energiedifferenz der Kugeln in elektrische Energie umzuwandeln. Mit einer geeigneten Anzahl parallel geschalteter Einheiten ließe sich auf diese Weise ein Fahrzeug betreiben das keinerlei Brennstoff benötigte. Man brauchte nicht einmal Melys Raumenergie dazu.

Wenn der viel zitierte "Mann von der Straße", ein Durchschnittsbürger mit durchschnittlicher Schulbildung, eine solche Behauptung aufstellt, dann kann man ihm nicht nachweisen, daß er seine Leser absichtlich täuscht. Ein Professor einer Fachhochschule, zumal in einem technisch orientierten Fachbereich, kann nicht geltend machen, daß er einen so einfachen Versuch nicht begreift, und behaupten, er habe tatsächlich geglaubt, daß der Versuch so ablaufen würde wie er ihn beschrieben hat.

Unterstellen wir mal, Meyl hielte die Beschreibung für glaubhaft, dann hätte er auf den ersten Blick erkennen müssen, daß diese Anordnung ein Perpetuum mobile ist. Warum hat er das seinen Lesern nicht mitgeteilt? Etwa nur deshalb, weil sie dann nicht mehr eingesehen hätten, wozu sie dann noch Neutrinopower brauchten?

Bleiben wir bei der Annahme, Meyl sei von der Richtigkeit seiner Versuchsbeschreibung überzeugt. Wie hätte er als "normaler Professor" einer Hochschule dann wohl reagiert? Schließlich wäre er dann im Glauben gewesen, er habe das ganze heutige Weltbild revolutioniert. Zweifellos hätte Meyl sofort die Öffentlichkeit davon informiert. Vermutlich hätte er, zusammen mit dem stolzen Rektor der Fachhochschule Furtwangen, eine Pressekonferenz einberufen und vor laufenden Kameras erklärt, daß die Welt nach Meyl eine andere sei als die vor Meyl. Alle Energieprobleme dieser Welt wären mit einem Schlag lösbar geworden. Keine Frage, der Nobelpreis wäre ihm sicher gewesen.

Bei der immensen technischen und wirtschaftlichen Bedeutung, die diese "Erfindung" gehabt hätte, ist es keine Frage, daß Meyl diese Anordnung selbstverständlich zum Patent angemeldet hätte, denn man kann ausschließen, daß ein Professor einer FH nicht erkannt hätte, welche Bedeutung ein solches Experiment hat. Ein Patent hätte zweifellos Gewinne eingebracht, die in der Größenordnung von vielen Milliarden Euro gelegen hätten. Warum hat Meyl auf diesen "Nebenverdienst" verzichtet und diesen Versuch klammheimlich in einem seiner Bücher versteckt?


Meines Erachtens bleibt nur ein Schluß: Meyl täuscht seine Leser. Er verdummt sie wortwörtlich.

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