Lieber Herr Keck,
mit grossem Interesse habe ich Ihre Darstellung gelesen. So zusammengefasst wird das richtig deutlich, was für einen Unsinn Herr Meyl verbreitet. Fachlich kann ich das 100%ig unterstützen, sofern Ihre Meyl-Zitate richtig wiedergegeben sind - woran ich nicht zweifle. Ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen, die der Sache aber keinen Abbruch tun.Z.B. schreiben Sie beim Demoset (etwa im hinteren Viertel): "Wie jeder Hobby-Elektroniker weiß, kann man kleine Wechselspannungen nicht messen, indem man sie mit Dioden gleichrichtet, weil auf diese Weise nur solche Spannungsanteile gemessen werden, welche die Schwellenspannung der Dioden übersteigen. Der von Meyl verwendete Dioden-Typ 1N4148 ist für diese Zwecke besonders ungeeignet. Würde die Spannung tatsächlich, wie Meyl angibt, 100 mV betragen, so könnte er unter diesen Bedingungen überhaupt nichts messen, weil diese Spannung weit unterhalb der Schwellenspannung der verwendeten Dioden läge."
Da haben Sie natürlich recht, allerdings habe ich das in Ihrer Ausführung so verstanden, dass die 100mV am Ausgang der Gleichrichtung (am Widerstand) anliegen. Wenn genug Spannung auf der Wechselspannungsseite (also mehr als 100mV und 2 x Schwellspannung) vor der Gleichrichtung anliegt, geht das auch. An der prinzipiellen Betrachtung ändert das allerdings nichts.
Die Handbücher zum Demoset habe ich nicht - und soweit ich das sehe, möchte ich sie auch nicht. Ihre Zitate daraus sind ja unglaublich!
Zu den zitierten Punkten der Lehre an der FHF:
Herr Meyl ist seit der Gründung von CEE (Computer & Electrical Engineering) zum 1.9.00 in dem Fachbereich zugehörig, den ich ebenfalls als Dekan seit dieser Zeit leite. Am 16.10.01 haben der Rektor und ich Herrn Meyl schriftlich untersagt, seine Theorien in Lehrveranstaltungen der FHF einzubringen. "Seine Theorien" sind hierbei weit gefasst: Umstrittene Inhalte bzgl. Skalarwellen, Neutrinos und dgl., die von der Lehrbuchmeinung abweichen. Die Lehrveranstaltung Elektromagnetische Umweltverträglichkeit, so wie sie ab dann von Herrn Meyl bei uns gehalten wird, ist frei von diesen Theorien. Ich habe mir die Webseite mit dieser Überschrift zu dem Thema bei Meyl angesehen. Das spiegelt m.W. keinesfalls den Syllabus der Lehrveranstaltung wieder. Aus dem Masterprogramm haben wir dennoch ab WS02 diese Lehrveranstaltung gestrichen. Ebenso aus dem Programm genommen sind die Lehrveranstaltungen bei unserer Teleakademie.
Zu seinem Professorentitel:
Herr Meyl ist seit 1986 an der FHF. Das damals durchgeführte Berufungsverfahren führte dazu, dass das MWK die Berufung im üblichen Verfahren durchführte (die FHF hat - wie üblich - den Titel nicht verliehen!). Aus der damaligen Sicht war er sicher ein geeigneter Kandidat für die zu besetzende Stelle. Dass er sich dann im Laufe der Jahre in Richtung "Meyl'sche Theorie" entwickelt, war damals wohl nicht abzusehen. Ich kenne die Vorgänge allerdings nicht, da ich erst 1993 zur FHF kam.
Zum Transferzentrum:
Sein Steinbeis-Transferzentrum liegt gänzlich außerhalb der Zuständigkeit der Hochschule. Ich glaube kaum, dass sich da auch ein Hochschullehrer seitens der Hochschule reinreden ließe. Eine Weisung seitens der Hochschule kann hier nicht erfolgen, da dies eine rein privatrechtliche Angelegenheit des Hochschullehrers ist.
Noch ein Punkt zu Prof. Habinger: Ich habe selbst bei der DEMVT recherchiert, wie es damals zu dieser Preisverleihung kam. Komischerweise kann sich da kaum noch jemand erinnern. Zwei Gutachter des damaligen Preiskomitees habe ich aufgetan, die weit von sich weisen, dass Sie die Preisverleihung positiv bewertet hätten, bzw. nicht mehr sagen können, warum es zur Verleihung kam - merkwürdig, ist ja erst 8 Jahre her!
Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass - wenn überhaupt - nur eine fachliche Auseinandersetzung fruchten kann. Seitens des Hochschulrechts haben wir unsere Möglichkeiten ausgeschöpft. Was er jetzt noch zu dem Thema macht, liegt außerhalb der Hochschule. Eine juristische Auseinandersetzung in der von Ihnen angestrebten Form wird m.E. nicht viel bringen - eher noch mehr Publicity für Meyl.
Mfg
Robert Hönl
Prof. Dr.-Ing. Robert Hoenl (Hönl)
Fachhochschule Furtwangen
University of Applied Sciences
Dekan / Dean Computer & Electrical Engineering
Gerwigstrasse 11
D-78120 Furtwangen, GERMANY
Tel.: +49-7723-920-328
Fax: +49-7723-920-610
eMail: hnl@fh-furtwangen.de
Anmerkung:
Herr Hönl hat recht, meine Formulierung war mißverständlich. Ich habe sie jetzt präzisiert:Würde der Effektivwert der Wechselspannung (dieser ist der, für die Berechnung der Leistung relevante Wert) tatsächlich, wie Meyl angibt, 100 mV betragen, so könnte man mit der Gleichrichterschaltung überhaupt nichts messen, weil in diesem Fall auch der Maximalwert der Wechselspannung weit unterhalb der Schwellenspannung der verwendeten Dioden läge.
Mit dem Link Gleichrichterschaltung verweise ich auf eine ausführlicher Darstellung.