Einführung,


Die Meyl'schen Overunity-Sets

Prof. Dr.-Ing K. Meyl, Professor für Elektronik an der Fachhochschule Furtwangen behauptet, in dem uns umgebenden Raum befinde sich eine Energieform, auch als "Raumenergie" oder "Freie Energie" bezeichnet. Nach Meyl sollen Neutrinos Träger dieser Energie sein. Er spricht in diesem Zusammenhang auch von "Neutrinopower".

Der Nachweis einer solchen Energie wäre eine Sensation. Es ist offensichtlich, daß der Menschheit eine unerschöpfliche, überall zugängliche Energiequelle zur Verfügung stünde, wenn Meyl recht hätte. Erdöl und andere Energiequellen wären überflüssig - das CO2-Problem wäre gelöst. Fahrzeuge könnten mit dieser Energie betrieben werden ohne jemals aufgetankt zu werden.

Weiter behauptet Meyl, Energie ließe sich in Form einer elektromagnetischen Strahlung, die er als Skalarwellen bezeichnet, drahtlos von einem Skalarwellen-Sender zum einem Skalarwellen-Empfänger übertragen. Diese Übertragung soll nahezu verlustfrei stattfinden, wenn Sender und Empfänger in Resonanz betrieben werden. Bei einer solchen Übertragung, so Meyl, fände eine Rückwirkung des Empfängers auf den Sender statt und gleichzeitig werde "Raumenergie" eingesammelt. Dadurch wird vom Empfänger mehr Energie empfangen, als vom Sender ausgesendet wird. Die Menge an empfangener Energie, welche die Menge der ausgestrahlten Energie übersteigt, wird als Over-Unity bezeichnet. Manchmal spricht Meyl auch von einem Wirkungsgrad von über 100%.

Wirkungsgrad <= 100% keine Overunity bzw. Overunity-Faktor <= 1
Wirkungsgrad > 100% Over-Unity bzw. Overunity-Faktor = Wirkungs-grad/100

Seit 2000 vermarktet Meyl Demonstrations- und Experimentier-Sets mit denen der interessierte Laie wie auch der Fachmann solche, angeblich existierenden Skalarwellen übertragen kann. Dabei soll es nach Meyl möglich sein, die oben genannte Raumernergie einzusammeln und nachzuweisen.

Ein Ausschnitt aus Meyls Werbung für die Sets auf seiner Homepage am 06.11.02:

http://www.k-meyl.de/de/Demo-Set/allg._Hinweise/allg._hinweise.html

-------------------------------------- Originaltext Meyl -------------------------------------------------

Allgemeine Hinweise:
Skalarwellenübertragung nach Nikola Tesla

Signalübertragung, schneller als das Licht?

  • Wirkungsgrad von über 100 Prozent?
  • Empfänger, der sich zurückmeldet?

Lernen Sie die Teslastrahlung und ihre fantastischen Eigenschaften persönlich kennen. Führen Sie vor, was kein Lehrbuch der Physik zu erklären vermag!

Die vor 100 Jahren noch extrem aufwendigen Experimente passen heute in einen Alukoffer, der käuflich erworben werden kann. Überprüfen Sie selbst die historischen Aussagen und machen Sie die folgenden Experimente:

Drahtlose Übertragung von Energie

  • Rückwirkung vom Empfänger auf den Sender,
  • Nachweis Freier Energie (ca. 10 facher Over-Unity)
  • Skalarwellenübertragung mit ca. 1,5 facher Lichtgeschwindigkeit
  • Tunneleffekt oder die mangelnde Abschirmbarkeit.

Das Set wird in zwei Versionen angeboten:

Als Demonstrations-Set für  800 EUR  (incl. MWSt.)

Damit lassen sich die 5 Versuche ohne weitere Hilfsmittel durchführen. (Zielgruppe sind Juristen, Ärzte, Architekten, interessierte Laien, etc.)

und als Experimentier-Set für 1400 EUR (incl. MWSt.)

mit drei verschiedenen Spulensätzen, Frequenzzähler und zusätzlichem Material. (Zielgruppe sind Physiker, Ingenieure, experimentierfreudige Bastler, etc.)

Alle Teile der Sets können auch einzeln bestellt werden.

Ein Aufrüsten des Demo-Sets auf das Exp.-Set ist auch nachträglich möglich. Dazu muß der ganze Koffer zurückgeschicht werden, da Teile ausgetauscht oder nachbestückt werden.

Lieferbereitschaft: ab Lager lieferbar mit Dokumentation (z.Zt. noch als Ringordner) ohne Erfahrungsberichte (erst ab 12/2001 als Ordner lieferbar).

------------------------------------ Ende Originaltext Meyl -----------------------------------

 

 

Wissenschaftliches Fehlverhalten und lege artis

Eine Reihe von Vorfällen hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf eine Erscheinung gelenkt, die bisher kaum wahrgenommen wurde: wissenschaftliches Fehlverhalten. Diese Problematik wird an einer späteren Stelle dieser Dokumentation vertieft werden. Hier nur soviel: Von jedem Wissenschaftler wird verlangt, daß er redlich ist, sich einer "guten wissenschaftlichen Praxis" bedient und lege artis arbeitet. Mit anderen Worten: seine Tätigkeit soll den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik wiedergeben. Es wird von ihm gefordert, daß er seine eigenen Arbeiten, wie auch die anderer Wissenschaftler, kritisch hinterfragt und bewertet. Diese Forderungen haben auch in den Texten der Hochschul- bzw. Fachhochhschulgesetze ihren Niederschlag gefunden. In dieser Dokumentation werfe ich Meyl vor, systematisch gegen diese Regeln verstoßen zu haben.

Meyls Theorie

Meyl behauptet, man könne die Existenz der Skalarwellen theoretisch beweisen. Meyl nennt seine mathematischen Abhandlungen "Herleitung der Skalarwellen".

Bruhn, Professor für Mathematik an der Technischen Universität Darmstadt, hat in mehreren Abhandlungen und in zwei Vorträgen an der FH-Furtwangen gezeigt, daß die theoretischen Herleitungen der Skalarwellen falsch sind. Seine Aussage ist eindeutig: Die von Meyl postulierten Skalarwellen gibt es nicht.

Ich werde hier nicht näher auf die mathematischen Probleme eingehen und verweise auf die ausführlichen Darstellungen Bruhns auf seiner Homepage http://www.mathematik.tu-darmstadt.de/~bruhn/

und in dem für Meyls Skalarwellen extra eingerichtetem Forum an der FH-Furtwangen

http://www.cee.fh-furtwangen.de/kolloquium/meinung_hoenl.html

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