Biologische Nutzung der Neutrinos

 

Die folgenden, im Original zusammenhängenden, Textstellen sind Meyls Aufsatz "Freie Energie und Wechselwirkung der Neutrinos" entnommen:
http://www.k-meyl.de/Aufsatze/Archiv/Freie_Energie/freie_energie.html.


Meyls Text: eingerückt. Meine Kommentare: breiter Text.

Aber diese Skalarwellen tragen Energie, die für uns nicht meßbar ist. Als Folge wird der Energieerhaltungssatz meßtechnisch nicht mehr erfüllt. Da die Natur gegen die Gesetze der Physik verstößt, sollte man sie eigentlich verbieten.

Das ist offensichtlicher Unsinn, denn gegen die Gesetze der Physik kann man nicht verstoßen. Das ist reine Polemik.

Man verbannt sie deshalb aus den Labors, weil sie bei wissenschaftlichen Experimenten einen unberechenbaren Störfaktor darstellt.

Wie soll man die Natur aus den Labors verbannen, da jedes Experiment nach natürlichen Gesetzen abläuft? Was ist mit diesem Satz gemeint? Ich bin sicher, daß Meyl das auch nicht weiß.

Aber die Natur hat noch immer die bessere Technik und schlägt notfalls zurück.

Darunter kann ich mir nichts vorstellen. Wo schlägt die Natur im Labor bei Experimenten zurück? Den Satz hat Meyl vermutlich formuliert, weil er einen hohen Wiedererkennungswert hat. Jeder hat ähnliche Formulierungen schon gehört, z.B. in Zusammenhang mit Hochwasserkatastrophen - hier machen sie auch Sinn. Er vertraut darauf, daß Leser mit etwas schlichter Denkweise nicht nachdenken und, weil sie eine emotional beladene, vertraute Floskel erkennen, sich positiv angesprochen fühlen. Was bedeutet in diesem Zusammenhang notfalls?

Sie bewegt unsere Muskel nicht etwa durch einen "feuerlosen Verbrennungsprozeß", sonst würden wir den Genuß eines Steaks nicht überleben, das zur Verdauung mehr Kalorien verbraucht als es uns zuführt.

Diese Behauptung ist etwa so unsinnig wie die folgende: Ein Auto könne deshalb nicht fahren, weil die Erzeugung des Zündfunkens mehr Energie verbrauche, als durch die Verbrennung des Benzins gewonnen werde.

Die Ernährung ist sehr wichtig und dient anerkanntermaßen dem Stoffwechsel. Fraglich hingegen ist die landläufige Behauptung, sie habe etwas mit dem Energiehaushalt zu tun.

Das ist Unsinn! Der feuerlose Verbrennungsprozess ist Stoffwechsel! Der Stoffwechsel ist der Prozess mit dem aus der Nahrung Energie gewonnen wird, die der Körper braucht, um die Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten. Das ist trivial und gehört seit100 Jahren zum Lehrstoff jeder Hauptschule. Weiß Meyl das wirklich nicht - oder will er seine Leser nur für dumm verkaufen?

Die vielen ineinandergreifenden Reaktionen des Stoffwechsels sind seit langem bekannt. Man kennt die Energiebilanz aller dieser Schritte. Man kann sie im Computer simulieren und einzeln im Labor ablaufen lassen.

Tierschützer müßten Zugvögel daran hindern, auf die Reise zu gehen, da den Berechnungen zu Folge kein einziger Vogel auch nur die geringste Chance hätte, sein Ziel zu erreichen. Wieso interessiert sich kein Zugvogel und kein Leistungssportler für die rechnerische Lücke in seiner Energiebilanz?

Wieder eine der abwegigen Behauptungen, die für Meyl typisch sind. Ich nehme sie zum Anlaß, um die unredliche Methode zu erläutern, deren Meyl sich bedient, um seine Leser zu täuschen.

Nehmen wir an, Meyl wäre, aus welchen Gründen auch immer, daran interessiert, sich Klarheit darüber zu verschaffen, ob die Zugvögel ihre zum Flug benötigte Energie tatsächlich aus dem "feuerlosen Verbrennungsprozess" beziehen oder ob es eine "rechnerische Lücke" in der Energiebilanz gibt. Wie müßte er, als Professor einer Hochschule, vorgehen? Er hätte zwei vernünftige Möglichkeiten.

Wäre Meyl so vorgegangen, dann hätte er erfahren, daß über diese Problematik vermutlich seit etwa einem Jahrhundert von vielen Arbeitsgruppen mit beträchtlichem personellen und finanziellen Aufwand geforscht wird. Er hätte dann sachkundig darüber berichten können, ob es gerechtfertigt ist, eine solche "Lücke in der Energiebilanz" anzunehmen und welche Argumente dafür und welche dagegen sprechen. So ist erst kürzlich darüber berichtet worden, daß Zugvögel beim Formationsflug bis zu 15% Energie einsparen können. Die folgenden drei Links sind populärwissenschaftliche Artikel zu diesem Problem (1,2 ,3 ).

Wie hat sich Meyl seine überraschenden "Erkenntnisse" beschafft? Der oben zitierte Text findet sich in ähnlicher Formulierung in Meyls Buch "Elektromagnetische Umweltverträglichkeit" Teil 2: Umdruck zum energietechnischen Seminar, Freie Energie und die Wechselwirkung der Neutrinos (siehe auch Anhang - Beispiele-1. S. 71) :

So müßten sich einige Zugvögel noch vor dem Erreichen ihres Ziels vollständig materiell aufgebraucht haben, wenn die zum Flug erforderliche Energie rein stofflicher Natur wäre. Von einem anschaulichen Beispiel wird folgendes berichtet<1>: ,,Zugvögel haben - je nach Art - eine maximale Reichweitengeschwindigkeit zwischen 24 und 83 km/h und bei ihren Atlantikflügen auch keine Gelegenheit zur Zwischenlandung. Sie sind tausende Kilometer unterwegs und verlieren kaum Gewicht. Beispielsweise verbraucht ein Albatros mit einer Körperlänge bis zu 1,20 Meter und einer Flügelspanne bis zu 3,50 Meter bei einem NonStop-Flug pro Kilometer nur 8,5 Gramm Gewicht. Wie ist das möglich ohne zusätzliche Energiezufuhr?"

<1>: K. E. Rathgeb: Wie man die freie Energie anzapft: Vögel machen es uns vor, Raum & Zeit 79/96. S. 74

Dort offenbart Meyl uns auch die Quelle seiner Erkenntnis: Ein Artikel in der Zeitschrift Raum & Zeit - keine Zeitschrift in der ein Naturwissenschaftler seine Ergebnisse der Öffentlichkeit mitteilen würde. Hier die Ankündigung des Artikels im Internet:


Raum & Zeit 79/96. S. 74

Titel: Endlich geklärt: Wie man die Freie Energie anzapft: Vögel machen es uns vor

Kurzbeschreibung:

Inhalt: Es ist so einfach, daß man es sich kaum getraut zu sagen: Die freie Energie ist speicherbar u.a. in Form von Elektronenpaaren, die überall dort vorhanden sind, wo H2O existiert, also auch in der Luft. Diese Luft existiert bekanntlich bis zu vielen Kilometern Höhe. Die nichtgebundenen H2O-Elektronenpaare werden angesaugt, deren Energie genutzt und anschließend wieder an die Mitwelt abgegeben. Das war’s schon. Diplomkaufm. Klaus Erwin Rathgeb, Spezialist für Innovationsmarketing, München, wird in der nächsten Ausgabe exklusiv in raum&zeit ausführlich und exakt beschreiben, wie das im Einzelnen funktioniert. Vorab erläutert er am Beispiel der Zugvögel, die Tausende von Kilometern zurücklegen, wie sie die freie Energie "anzapfen“ und erfolgreich nutzen.


Autor: Diplomkaufm. Klaus Erwin Rathgeb
Preis: 1.25 Euro


Der angekündigte Folgeartikel ist nie erschienen. Ich brauche sicher nicht zu betonen, daß die Meyl'sche Methode der "Erkenntnisgewinnung" nichts mit guter wissenschaftlicher Praxis zu tun hat und daß der Herr Rathgeb ja möglicherweise ein guter Diplomkaufmann, aber sicher kein Experte für die Energiebilanz bei Zugvögeln ist.

Bei genauer Betrachtung sind die Mitochondrien, die Energiezentralen jeder Zelle, zu dem „Verbrennungsprozeß", den man ihnen andichtet, gar nicht fähig.

Meyl versucht uns einzureden, er hätte den "Verbrennungsprozess" in den Mitochondrien genauer betrachtet. Das hat er natürlich nicht. Dazu fehlt ihm das Fachwissen. Das ist wieder nur eine Behauptung, für die es keine reale Grundlage gibt. In jedem Gymnasium kann man in Biologieunterricht lernen, wie Mitochondrien funktionieren. Ich gehe hier nicht weiter darauf ein.

Hier findet aller Wahrscheinlichkeit nach eine Nahrungsmittel-unabhängige Aufnahme von Raum-Energie statt.

Jetzt erkennen wir den Grund für die vorausgegangene Behauptung: Meyl will seine Raum-Energie ins Spiel bringen, dazu braucht er eine Lücke in der Energiebilanz. Merkwürdig, daß alle Enzyme, die man in den Mitochondrien gefunden hat, ganz normale Enzyme sind, die mit ganz gewöhnlichen Substanzen (Metaboliten) reagieren und sich zwanglos in den normalen Stoffwechsel einfügen. Nach Meyls Vorstellungen hätte man komplexe Enzymsysteme finden müssen, die auf unerwartete Weise Raumenergie einfangen und in chemische Energie umwanden. Das ist aber niemals beobachtet worden. Deshalb kann auch aus biochemischen Gründen eine solche Energieumwandlung ausgeschlossen werden.

Ganz entsprechend verhält es sich bei der Photosynthese. Die gängige Erklärung, das zur Spaltung des Wassermoleküls erforderliche freie Elektron würde durch Licht aus einem Atom herausgeschlagen, scheint nicht zuzutreffen, nachdem bisher alle Versuche einer technischen Realisierung nach dieser Modellvorstellung fehlgeschlagen sind.

Zunächst zur Logik des Satzes: Was hat die technische Realisierung mit der Frage zu tun, ob eine Modellvorstellung richtig ist? Vieles, was die Natur kann, können wir technisch nicht oder noch nicht realisieren.

Es handelt sich nicht um eine Modellvorstellung, sondern um seit langen bewiesene Zusammenhänge. Die einzelnen Schritte dieser komplizierten Prozesse können einzeln im Labor nachvollzogen werden. Die daran beteiligten Enzyme und Substanzen sind bekannt.

Bei der Photosynthese bedienen sich offensichtlich die Pflanzen an der Neutrinostrahlung, die nach heutiger Schätzung mit 66 Milliarden Teilchen pro Sekunde und pro Quadratzentimeter für eine grüne Erde mehr als ausreichen dürfte.

Wir können mit einer groben Abschätzung prüfen, ob die Meyl'sche Behauptung wenigstens energetisch vernünftig ist:

Die Wechselwirkung der Neutrinos ist so schwach, daß von ca. 1011 Neutrinos, die auf der Erde auftreffen nur eines in der Erde stecken bleibt. Die pp-Neutrinos, die mehr als 90% der Sonnen-Neutrinos ausmachen haben eine Energie von maximal 0,4 MeV (4).

Unter der vereinfachenden Annahme, daß die Neutrinos durchschnittlich 1cm Pflanzenmaterial und 10000 km Erdmaterial durchqueren, kommt man zu der Schätzung , daß der Beitrag der Neutrinos mit höchsten 10-21 W/qm zu Buche schlagen kann, währen der Beitrag des Sonnenlichtes ca. 1000W/ qm beträgt.

Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, wieso auch in einem dunklen Kellerraum Photosynthese beobachtet werden kann.

Wieder so eine, offensichtlich falsche, Meyl'sche Behauptung. Jeder hat in der Schule gelernt, daß für die Photosynthese Licht erforderlich ist, daher der Name. Jeder kann das nachprüfen, wenn er Kartoffeln in einem wirklich dunklem Keller lagert: die Triebe bleiben weiß und synthetisieren kein grünes Chlophyll, eine Voraussetzung für die Photsynthese.

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