Die Nanopartikelanlyse des
Biomedizinischen Instituts Bingen

 


"nano" in 3sat vom 22.02.06 (Redaktion: Andrea Wengel):
Nanopartikelanalyse erkennt Krankheiten vor Ausbruch


Der Beitrag ist schlecht, vermutlich überhaupt nicht recherchiert worden.

An der Entwicklung neuer Diagnoseverfahren sind üblicherweise eine Reihe von Arbeitsgruppen an verschiedenen Universitäten beteiligt. Erst der Austausch von Forschungsergebnissen und Erfahrungen kann zu einer wirkungsvollen Methode führen. Vorraussetzung dafür ist die Transparenz des Forschungsfortschritts, der sich durch Veröffentlichungen in der internationalen Fachliteratur manifestiert. Es ist undenkbar, dass eine 10-jährige Forschung eines Einzelnen oder einer kleinen Arbeitsgruppe im "stillen Kämmerlein" zu einem Durchbruch in einer so komplexen Wissenschaft wie der Medizin, führen kann. Die Kritik der wissenschaftlichen Gemeinschaft ist ein unverzichtbarer Bestandteil wissenschaftlicher Erkenntnis.

Frau Wengel hätte sich mindestens  folgende Fragen stellen müssen:
  • Verfügt die Firma über das nötige Know-how um solche Entwicklungen durchzuführen? Ist mindestens einer der beteiligten Mitarbeiter ein in Fachkreisen anerkannter Wissenschaftler?
  • Mit welchen Veröffentlichungen ist die Arbeitsgruppe hervorgetreten und welche internationale Resonanz haben diese Arbeiten gefunden?
  • Welche Meinung haben kompetente Wissenschaftler von dieser Methode?
In wenigen Minuten hätte Frau Wengel durch eine Recherche in der jedem zugänglichen Datenbank PubMed herausfinden können, dass der wissenschaftliche Leiter der Firma, Luis Gomez, mit keiner einzigen Veröffentlichung in einer angesehenen wissenschaftlichen Zeitschrift vertreten ist.

Mit einigen Anrufen bei kompetenten Fachleuten, beispielsweise Laborärzten und Leitern von klinischen Labors, hätte sich Frau Wengel sehr schnell davon überzeugen können, dass die Methode in Fachkreisen unbekannt ist. Mehr noch, diese Fachleute hätten sie sicher davon überzeugt, dass es ein solches Allerwelts-Untersuchungsverfahren auch nicht geben kann.


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