Die Nanopartikelanlyse des
Biomedizinischen Instituts Bingen

 


"nano" in 3sat vom 22.02.06 (Redaktion: Andrea Wengel):
Nanopartikelanalyse erkennt Krankheiten vor Ausbruch


Die Zuschauer werden getäuscht. Die gezeigten eindrucksvollen Bilder von Kristallen haben mit Nanopartikeln nichts zu tun.

Gäbe es diese Nanopartikel  tatsächlich, wären sie nur in einem Elektronenmikroskop (EM) sichtbar. In einem seriösen Fernsehbeitrag hätte man an dieser Stelle unbedingt EM-Aufnahmen von Nanopartikeln zeigen und erklären müssen, wie ihre charakteristische Struktur von anderen Strukturen unterschieden werden kann. Außerdem hätte hier durch EM-Aufnahmen von Nanopartikeln verschiedener Patienten belegt werden müssen, dass die Formen der Nanopartikel tatsächlich für die Krankheiten charakteristisch sind. Schließlich hätte man die Gründe nennen müssen, die einen Schluss auf die Herkunft der Nanopartikel zulassen.

In  der Sendung werden Bilder von Kristallen gezeigt. Der Zuschauer soll offensichtlich getäuscht werden. Er soll glauben, es handele sich bei den Kristallen um Nanopartikel. Diese kristallisieren aber nicht. Die eindrucksvollen Bilder wurden mit Lösungen ganz normaler, in jedem Labor vorhandener Salze (kein Kochsalz), erzeugt. So ist es auch merkwürdig, dass Herr Gomez mehrfach an einem Mikroskop sitzend gezeigt wird, obwohl Nanopartikel mit einem normalen Lichtmikroskop nicht erkennbar sind.  Frau Wengels Text dazu: "Luis Gomez hat ein Verfahren entwickelt, mit dem er sämtliche Stoffe des Blutes sichtbar machen kann. Er verwandelt sie in Nanopartikel, nur wenige Milliardstel Meter groß". Das ist unverständlich, denn die vorgeführten Kristalle sind mit bloßem Auge sichtbar. Bei dieser offensichtlichen Diskrepanz zwischen Ton und Bild  fällt es schwer, hier nicht eine Form von Kumpanei zwischen Redaktion und dem BMIB zu vermuten.

Auch das Bild auf der nano-Webseite ist in diesem Sinne eine Täuschung, denn es zeigt Erythrozyten, keine Nanopartikel. Diese wären bei dieser schwachen Vergrößerung nicht sichtbar.

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