Die Nanopartikelanlyse des
Biomedizinischen Instituts Bingen

 


"nano" in 3sat vom 22.02.06 (Redaktion: Andrea Wengel):
Nanopartikelanalyse erkennt Krankheiten vor Ausbruch


Die in der Sendung beschriebene Methode gibt es nicht. Der Zuschauer wird in die Irre geführt. Ihm wird vorgegaukelt, hier würde eine neue Untersuchungsmethode vorgestellt, die ihm helfen könnte. Die Sendung ist sogar gefährlich. Patienten, die auf diese Methode vertrauen, können gesundheitlichen Schaden erleiden. Im Extremfällen kann das den Tod von Patienten zur Folge haben.

Es wäre eindrucksvoll gewesen,  Herrn Gomez zu beobachten, wie er Nanopartikel am EM untersucht, da das EM das zentrale Forschungsgerät für die beschriebenen Untersuchungen sein müsste. Spätestens hier hätte Frau Wengel misstrauisch werden müssen. Tatsächlich besitzt die Firma BMIB nach meinem Kenntnisstand überhaupt kein EM.

Die Methode der "Nanopartikelanlyse" zur Untersuchung von Erkrankungen gibt es nicht, wie ich weiter unten noch ausführlicher darlegen werde.

Das Spektrum der Krankheiten, bei der diese Methode nützlich sein soll, ist breit. Mehr als 50% der Bevölkerung leidet beispielsweise unter häufigen oder chronischem Kopf- oder Gelenkschmerzen. Viele werden sich von dieser "neuen Analyse-Methode " Linderung ihrer Schmerzen erhoffen. So ist es nicht erstaunlich, dass in den Tagen nach der Sendung das BIMB den Besuchern seiner Webseiten mitteilen musste, dass der Server überlastet sei.

Es ist offensichtlich, dass Patienten mit ernsthaften Erkrankungen, die einen beruhigenden Befund erhalten, möglicherweise den entscheidenden Besuch eines Facharztes  unterlassen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Entscheidung eines Patienten, auf diese Methode zu vertrauen, tödliche Folgen haben kann.

Zu den Merkwürdigkeiten dieser Sendung gehört auch die Tatsache, dass Frau Wengel von "Luis  Gomez in seinem Labor in Ingelheim" spricht. Offenbar sind die Aufnahmen in Ingelheim gedreht worden. Das BMIB hat seinen Firmensitz aber in Bingen. Im Telefonverzeichnis von Ingelheim ist eine Firma BMIB oder "Biomedizinisches Institut Bingen" nicht aufgeführt. Sind die Aufnahmen in einem fremden Labor gedreht worden?

Ich habe hier meine Kritik an der nano-Sendung dargelegt. Jeder Redakteur mit durchschnittlichen journalistischen Fähigkeiten hätte diese Punkte berücksichtigen müssen. Besondere naturwissenschaftliche oder medizinische Vorkenntnisse sind dazu nicht  erforderlich. Wenn Frau Wengel sorgfältig recherchiert hätte, dann wäre dieser Beitrag sicher nicht gesendet worden.




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