Pseudowissenschaften in Wissenschaftsmagazinen des Deutschen Fernsehens

 


"nano" in 3sat vom 22.02.06
außerdem in: MDR, SWR, WDR

Moderator: Ingolf Baur
Redaktion: Andrea Wengel

Nanopartikelanalyse erkennt Krankheiten vor Ausbruch

Kommentar zur Sendung von PD Dr. rer. nat. Klaus Keck



Im Effekt ist dieser Beitrag eine verdeckte Werbesendung für eine unseriöse Firma (BMIB, jetzt: INDAGO GmbH). Die erstellten Analysen sind wertlos. Patienten, die auf diese Analysen vertrauen, riskieren eine Gefährdung ihrer Gesundheit. Ich fordere den Sender auf, diese Fehlinformationen zu berichtigen und sich bei den Zuschauern für die irreführende Sendung zu entschuldigen.



Zusammenfassung der Sendung nach dem Text der nano-Webseite (gekürzt):

"Seitdem das Verfahren allgemein angewandt wird, entwickelt es sich mehr und mehr zu einem Segen für chronisch Kranke und Schmerzpatienten. Weil die Nanopartikel charakteristisch für die jeweilige Krankheit sind, eignet sich die Methode auch hervorragend zur Früherkennung. Besonders hilfreich ist die Analyse bisher bei Kopfschmerzen, Störungen des Immun- und Hormonsystems, ADHS, Blutgefäß- und Gelenkserkrankungen. Auch zur Krebsfrüherkennung wird die Methode eingesetzt.

Anhand von 90000 Blutproben hat Luis Gomez ein Verfahren entwickelt, den Blutstrukturen Krankheiten zuzuordnen. Je nach Form der Nanopartikel lassen sich bestimmte Störungen im Körper eindeutig identifizieren.

Nach über zehn Jahren Forschung ist es gelungen, ein detailliertes Analyseprofil für Arztpraxen auszuarbeiten. Die Nanopartikelanalyse kann den genauen Ursprungsort und die Ursache von verschiedenen Symptomen und Erkrankungen aufzeigen, solange der Stoffwechsel beteiligt ist.

Mit Hilfe von Röntgenstrahlen erhält man jetzt auch präzise Angaben, aus welchen Stoffen sich die Nanopartikel zusammensetzen."


Links:
Webseite der Nano-Sendung als Zitat auf meiner Seite:


Aktuelle Anmerkung: Der Verband Sozialer Wettbewerb e.V. Berlin hat den Sender 3sat durch eine Abmahnung aufgefordert, diese Webseite zu löschen. Zitat: "Der Text stellt sich damit als eine getarnte und zudem irreführende Werbung für den Anbieter der "Nanopartikelanalyse" dar." Die Rechtsabteilung des Senders 3sat hat jetzt bestätigt, dass der Sender dieser Aufforderung nachkommen werde. Seit dem 20.04.07 ist die Webseite auf der 3sat-Homepage nicht mehr erreichbar.

Webseite der Firma BMIB/Indago:
http://www.bmib.de/



A. Kritik an der Sendung
  • Der Beitrag ist schlecht, vermutlich überhaupt nicht recherchiert worden. >>  
  • Die Sendung handelt von Nanopartikeln. Der Zuschauer erfährt nicht, was Nanopartikel überhaupt sind. >>
  • Die Zuschauer werden getäuscht. Die gezeigten eindrucksvollen Bilder von Kristallen haben mit Nanopartikeln nichts zu tun.  >>
  • Die in der Sendung und auf der Homepage des BMIB beschriebene Untersuchungsmethode gibt es nicht. Der Zuschauer wird in die Irre geführt. Ihm wird vorgegaukelt, es gäbe hier eine neue Diagnosemöglichkeit, die ihm helfen könnte. Die Sendung ist sogar gefährlich. Patienten, die auf diese Methode vertrauen, können gesundheitlichen Schaden erleiden. In Extremfällen kann das den Tod von Patienten zur Folge haben. >>

B. Die vielen Facetten des Nanopartikelskandals

Neu: Auf diesen neuen Webseiten habe ich alle bekannten Aspekte dieses Schwindels aufgezeigt und die angebliche "Nanopartikelanalyse" einer wissenschaftlichen Beurteilung unterzogen. >>

C. Stellungnahme der nano-Redaktion zu dieser Webseite >>


D. Chronologie meiner Bemühungen, das öffentlich-rechtliche Fernsehen davon zu überzeugen, dass weder "Verdummung der Zuschauer", noch irreführende Werbesendungen zu den Aufgaben eines Wissenschaftsmagazins gehören >>

 

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